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Fußball-EM 2016 – Dany`s Traumelf Teil 2

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Ersatzelf

Tor: Vítor Baía

Abwehr: Marius Tresor, Roberto Carlos, Javier Zanetti, Emanuel Petit

Mittelfeld: Andrea Pirlo, Jean Tigana, Alain Giresse

Sturm: Roberto Baggio, Filippo Insaghi, Gabriel Omar Batistuta

Vitor Baía ist ein ehemaliger Torhüter aus Portugal. Er stand in 80 Nationalspielen auf dem Platz und war insgesamt 12 Jahre lang starker Rückhalt seiner Mannschaft. In der Liga hält er seit 2004 den Rekord für die längste Zeit ohne Gegentor, sagenhafte 1192 Minuten. Bei vielen eher unbekannt, war Baia ein phantastischer Torhüter. Super sympatisch, zurückhaltend und mir noch sehr gut im Gedächtnis geblieben mit seinem typischen Markenzeichen, dem schwarzen Haarband und einem immer freundlichen Lächeln. Auch Späßen war er nie abgeneigt. Selbst über einen Flitzer, nur mit Socken bekleidet, konnte er herzhaft lachen, trotz hoher Anspannung im UEFA-Finale 2003 gegen Celtic. So wünscht man sich doch den Fußball oder?

Ein Abwehrspieler, der vielen Jüngeren nicht geläufig sein wird, ist Marius Tresor. Ehemaliger französischer Nationalspieler, französischer Fußballer des Jahres `72, dazu höchstbezahlter Spieler der Welt!!! ‚Innerhalb eines Jahres (2015-16) soll er 58 Mio. Dollar eingenommen haben und das, trotzdem er schon seit über 30 Jahren nicht mehr aktiv spielt. Sein geschätztes Vermögen liegt bei 185 Mio. Dollar. Er besitzt mehrere Restaurants, 1 Fußball-Team, 1 eigene Vodka-Marke und ist aktiv in der Parfüm- und Modebranche tätig. Also geschäftstüchtig ist Tresor auf jeden Fall. Was konnte er noch besonders gut? Natürlich, Fußball spielen. Er war nicht nur der 1. schwarze Mannschaftskapitän, er mutierte vom klassischen Mittelstürmer zum weltbesten Abwehrspieler mit nur 1 gelben Karte in seiner gesamten Karriere. Hut ab!

Roberto Carlos, der Freistoß-Schützenkönig schlechthin. Was hat der mich Nerven gekostet. 😉 Wenn ich dachte, sein Freistoß geht mindestens 10 m daneben, nahm der Ball wie durch Geisterhand einen bogenähnlichen Verlauf und landete schließlich doch im Netz. Böse Zungen hätten behaupten können, der Ball war mit einem Magneten ausgestattet, so eigentlich komplett unmöglich war die Chance, dass so ein Ball den Weg ins Tor finden kann. Aber Carlos schaffte es immer wieder. Faszinierend! Spielerisch kann man ihn auch einfach nur in den höchsten Tönen loben. Der eher kleine Spieler wuselte übers Feld, zeigte gefühlte 100 tricks pro Ballberührung und spielte die Gegner schwindlig. Ballverluste waren schier undenkbar. Hatte er den Ball einmal am linken Fuß, gab er ihn nie wieder her, brasilianisch eben. Seine Schusskraft wurde mal bei 202 Km/h gemessen. Wer da in der Mauer stand … autsch. 2011 wechselte er nach Russland, wurde dort aber stets Opfer rassistischer Angriffe. 4 Monate später verließ er vor Ablauf der Spielzeit aus Protest das Feld und 2012 die Mannschaft.

Javier Zanetti, eine absolute Inter-Legende und ein immer zuverlässiger Außenverteidiger und Mannschaftskapitän. Neben Maldini ist er mit 615 Spielen derjenige, mit den meisten Einsätzen in der Serie A. Seine Rückennummer 4 wurde seitdem an niemandem mehr vergeben. 1996 wurde er Inter-Spieler des Jahres. Zanetti ist heute noch Rekordnationalspieler der argentinischen Nationalmannschaft und besaß ein taktisches Verständnis, wie nur ganz Wenige auf dem Platz. Er war stets ein fairer Sportsmann, auch außerhalb des Fußballs kann ich mich an keine Negativschlagzeilen erinnern. Mehrmals gewann er die Wahl zum fairsten Spieler der gesamten Serie A. In seiner kompletten Karriere bekam er lediglich 1x die rote Karte, wegen Meckerns. Zanetti hatte so viele Spitznamen, wie kaum ein anderer Fußballer. Die Fans nannten ihn  „il Treno“ (Die Eisenbahn), „Pupi“ (seine Wohltätigkeitsorganisation), „Saverio“ oder „el Tractor“ (Der Traktor). Eine seiner herausstechendsten Eigenschaften war sein Trainingsfleiß. Selbst die Trauung mit seiner Frau oder die Geburt seines Sohnes hielten ihn nicht ab, ein paar Stunden später schon wieder auf dem Trainingsgelände zu stehen.

Emanuel PetitAuch er glänzte mit seiner Fairness. Neben seiner zurückhaltenden Art und den seeehr blonden langen Haaren prägte sich sein Name eben wegen seinem Fairplay bei mir so deutlich ein. Eine ganz tolle Szene habe ich noch wie damals vor Augen. In dem WM-Spiel `98 verletzte sich der Italiener Di Biagio. Es liefen die letzten Sekunden der Verlängerung beim Stand 0:0, Frankreich war im Ballbesitz und in sehr aussichtsreicher Position, das spielentscheidende Tor zu machen.  Aber anstatt die Situation auszunutzen, spielte Petit den Ball ins Aus, damit sich der Italiener behandeln lassen kann. Eine andere faire Geste zeigte Petit (in welchem Spiel weiß ich leider nicht mehr), als ein Gegenspieler ein Foulspiel begangen haben sollte. Petit eilte zum Schiedsrichter, erklärte, es sei eine Fehlentscheidung und betonte, er wurde nicht vom Gegner berührt. Diese Handlung fand ich soooo groß, dass Petit seit dem MEIN Fairplay-Soccer ever war. Man stelle sich das heute mal vor, wer bitte würde sich denn solch eine Chance entgehen lassen? Also mir fällt keiner ein, schade eigentlich. Fairness bedeutete aber für ihn nicht gleich, auch alles zu akzeptieren. Petit hat eine sehr kritische Einstellung zu Frankreich und seinen Landsleuten. Nachdem Thierry Henry nach einem absichtlichen Handspiel bei einem WM-Qualispiel von den Franzosen nur noch darauf beschränkt wird, macht sich Petit Luft. „…. Ich habe große Probleme mit den Franzosen, ich habe noch nie solche arroganten, selbstgefälligen, verlogenen und überkritischen Menschen erlebt.“ (Interview 4.12.2014 Sportbild)

Andrea Pirlo, der Majestro. Pirlo hätte ebenso gut Schach spielen können, da hätte er wohl Leute wie Kasparow locker in die Tasche gesteckt. Der ehemalige Schachweltmeister sagte einmal: „Risiko ist etwas, vor dem die Leute Angst haben.“ Aber Pirlo schob seine Spielfiguren wie er es wollte, mit Mut zum Risiko. Die Übersicht, die Taktik, das spielerische Geschick, ein Leader, wie man ihn heute lange suchen muss. Nachdem Del Piero seine aktive Karriere beendete übernahm Pirlo fast alle Eck- und Freistöße und diese trat er mit akribischer Präzision. Seine Pässe kamen nur in Ausnahmen nicht da an, wo sie sollten. Pirlo war der perfekte Vorlagengeber. Als l’architetto (Der Architekt) bastelte er sich sein Spiel, wie er es brauchte. Der leader silenzioso (Stiller Anführer) zelebrierte das moderne Fußballspiel und war auch bei Juve eine nicht wegzudenkende Institution. Privat zockte Pirlo am liebsten mit Nesta auf der Play-Station und war ein ganz lustiger Geselle. Während der WM 2006 machte er sich mit de Rossi und 2 anderen ein Späßchen und führte Nesta ein wenig in die Irre. Auf dem Weg ins Teamhotel sollte Nesta (als Fahrer) doch mal kurz durchs Städtchen AUSFAHRT fahren, immer den Schildern folgend. Als er bemerkte, dass die Schilder auf etwas ganz anderes hinwiesen, irrten sie schon viele Kilometer durch Deutschland. 😉 Mein größter Pirlo-Moment kam dann am 6.6. letzten Jahres im Champions-League-Finale zwischen Barca und Juve. Im letzten Spiel seiner langen Laufbahn zeigte Pirlo das erste Mal öffentlich Gefühle. Am Ende des Matches brachen alle Dämme und Pirlo in Tränen aus. Ein wahrlich bewegender Moment, wenn man den sonst so ernsten konzentrierten Pirlo kennt, der nie auch nur eine kleine Regung zeigte. Ciao Majestro, ci mancherai!

Einen ehemaligen Spieler, den die Jüngeren eher als Trainer kennen werden, ist Jean Tigana. Ähnlich wie Davids schien er 3 Lungen zu besitzen und ackerte über den Rasen, als wäre jedes Spiel sein Letztes. Als schwarzer Spieler musste er sich seinen Platz hart erkämpfen und finanzierte seinen Lebensunterhalt als Briefträger und Fabrikarbeiter. Aime Jacquet holte ihn 1978 nach Lyon. Dort wurde er zum Leistungsträger. 1981 ging Jacquet nach Bordeaux und nahm Tigana kurzerhand mit. Dort sackte das Gespann einen Titel nach dem anderen ein, Bordeaux entwickelte sich zum besten französischen Verein damaliger Zeiten. Trotzdem Tigana nur ein einziges Tor im Nationaltrikot schoss, spielte er 1986 die Weltmeisterschaft seines Lebens und wurde WM-Dritter.

1,63 m groß, 62 Kg schwer, flink wie ein Reh, trickreich, abgeklärt, das war Alain Giresse. Noch ein Franzose in meiner Ersatz-Elf und Teamgefährte von Tigana. Dieser Giresse, in den 80ern natürlich jedem ein Begriff, war einer von vielen Franzosen, der mein Fußballinteresse weckte, als es noch in den Kinderschuhen steckte. Damals entwickelte sich langsam meine sportliche Tendenz zu bestimmten Mannschaften hin und machte auch nicht vor den Franzosen halt. Italien, Frankreich und Holland verzauberten mich als Kind, bei Italien hat sich bis heute nichts geändert ;-). Zurück zu Giresse. 16 Jahre lang blieb er seinem Verein Girondins Bordeaux treu, wechselte dann zu Marseille, wo er seine Profikarriere ausklingen ließ. 2x Meister, 1x Pokalsieger, 3x französischer Fußballer des Jahres. Tolle Erfolge für einen tollen Fußballer. In den 80ern bildete er spielerisch mit Tigana, Fernandez und Platini das magische Viereck. Sein reguläres Tor bei der WM `82 gegen Kuweit wurde nachträglich aberkannt, ein Scheich wollte es so, Punkt. Nun ja, Frankreich wurde 4. und war um eine Erfahrung reicher. Für Giresse gibt es genau 2 Dinge, die einen guten Fußballer ausmachen, die Ballkontrolle und ein gutes Passspiel. Beides beherrschte er in Brillanz.

Roberto Baggio, endlich wieder ein Italiener, grins. Hier gibt es auch eine lustige, ganz persönliche Geschichte zu erzählen. 5 Jahre lang spielte Baggio bei Juventus Turin, spielte dort den besten Fußball seines Lebens und wurde 1994/95 Meister und Pokalsieger. Verletzungsbedingt saß er aber die Hälfte der Saison nur auf der Bank und verlor so seinen Stammplatz. Kein anderer als Del Piero, der damals bei Juve in der Jugendmannschaft kickte, sollte nun sein Nachfolger werden. Damals war Baggio mein absoluter Lieblingsspieler und ich hatte nie die Absicht, Del Piero je als Baggio-Ersatz zu akzeptieren. Roberto verließ `95 den Verein, Del Piero legte los und … seit dem 1. Spiel konnte ich mir ihn nicht mehr aus dem aktiven Geschehen wegdenken. So ändert sich die Meinung, wenn man alle Vorurteile zur Seite schiebt und sich aufs Wesentliche konzentriert. Il Divin Codino (Das göttliche Zöpfchen), aufgrund seiner Frisur so genannt, beendete 2004 seine Spielerkarriere. Minutenlange stehende Ovationen seiner Fans und eine heute nicht mehr vergebene Rückennummer 10 bei Brescia Calcio, seinem letzten Verein, krönten eine grandiose Karriere.

Filippo Insaghi, italienischer Nationalspieler von 1997 bis 2007 mit 25 Toren in 57 Länderspielen war ein typischer Strafraumstürmer. Absolut torgefährlich, mit dem Auge fürs Wesentliche. War Insaghi im Anmarsch, konnte kaum ein Torhüter wirklich glänzen. Zu gering war die Chance, dass Insaghi nicht traf. Immer nah am Abseits pokerte er hoch, gewann dadurch aber oft Duelle, die die Gegner schon vorzeitig abschenkten. Sein Torinstinkt war extrem ausgeprägt, seine schnellen kurzen Schlenker bei der Ballannahme brachten ihm den gewünschten Erfolg. Leider hing ihm stets ein Negativ-Image nach. Da er sehr schmächtig und körperlich unterlegen war, sagten ihm viele nach, er falle viel zu leicht und schindet so Freistöße und Elfmeter, die eigentlich keine wären. Mir ist`s grad mal wurscht, ich mag ihn einfach.

Und der letzte im Bunde meiner Traum-Ersatz-Elf ist Gabriel Omar Batistuta, Spitzname Batigol. Mit 168 Treffern ist er heute noch der erfolgreichste Torschütze des AC Florenz. Fans errichteten extra für eine eine lebensgroße Bronzestatue, die seine Erfolge ehren soll. 2004 wurde er von Pele höchstpersönlich in die FIFA 100 aufgenommen. Der Argentinier spielte von 1991 bis 2003 in Italien und war dort ein echter Offensivspieler. Diese Torgefährlichkeit war schon der Wahnsinn. Etliche Titel heimste er ein, bis er 2005 seine aktive Karriere beendete. Neben dem Fußball ist Polo die 2. Leidenschaft von Batigol. 2009 gewann er sogar zusammen mit der Pololegende Cambiaso den „Copa Stella Artois“.

Fußball-EM 2016 – Dany`s Traumelf Teil 1

Creative Look-Blogparade Fußball EM 2016

Manchmal schwelge ich in Fußballerinnerungen. Besonders bei langweiligen oder extrem unfairen Partien sehne ich die ein oder andere Legende herbei. Aber wer gilt eigentlich als Legende? Da gehen die Meinungen ziemlich weit auseinander. Meine Fußballlegenden dürfen Ehemalige und Aktive sein, sie werden nicht an einer bestimmten Nationalität festgemacht, müssen nicht die Torjäger schlechthin sein und können von mir aus in der A-Jugend spielen ;-). Meine Prioritäten liegen da ganz woanders.

Für mich muss eine Fußballlegende (natürlich) gut spielen können. Dabei lege ich ganz besonderes Augenmerk auf einen ansehnlichen, technisch hochwertigen Fußball. Ein Stürmer, der nur vorne auf Bälle wartet, um sie dann einzunicken, ist nicht mein Ding. Ich mag Spieler, die arbeiten.

Eine Legende muss fair zum Spielerfolg kommen. Tätlichkeiten, grobe Fouls, Beleidigungen, Provokationen, all das ist einer Legende nicht würdig. Wer technisch gut spielt, braucht keine linke Nummer, um sich zu etablieren.

Im Herzen ein Leader, auf dem Platz ein Teamplayer. Legenden haben eine gesunde Mischung aus beiden Eigenschaften.

Aufgrund meiner eigenen Definition von Legende habe ich meine Traumelf zusammengestellt. Es war unendlich schwierig, mich auf nur 11 Spieler festzulegen. Daher habe ich gleich noch 11 Ersatzspieler ausgewählt. Diese gibt es dann im 2. Teil meines Beitrags „Fußball-EM 2016 – Dany`s Traumelf“.

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Startelf

Tor: Gianluigi Buffon

AbwehrPaolo Cesare Maldini, Fabio Cannavaro, Alessandro Nesta, Lilian Thuram

Mittelfeld: Xavi, Clarence Seedorf, Edgar Davids

Sturm: Lionel Messi, Didier Drogba, Alessandro Del Piero

 

Mit seiner Routine war Gigi Buffon schon immer stärkster Rückhalt für seine Mannschaft. Er ist Antreiber, Motivator und Sportsmann. Selbst in hektischen Situationen behielt er immer den Überblick, leitete mit schnellen Abwürfen viele gute Spielsituationen ein und machte auch fußballerisch eine prima Figur am Ball, wenn es mal nötig wurde. Auch, wenn seine Leistung nicht mehr ganz so unfehlbar ist wie früher, ist er für mich die unumstrittene Nummer 1 im Tor. Mein Herz eroberte er mit seiner sympathischen und äußerst fairen Persönlichkeit. Schön, dass Juve den Vertrag des 38-jährigen bis 2018 verlängert hat. Sollte Buffon dann „in Rente“ gehen wollen, hätte er 17 Jahre bei der alten Dame verbracht. Respekt!

Paolo Maldini, mein Traum-Abwehrspieler. 31 !!! Jahre lang beim AC Mailand, 14 Jahre Nationalspieler, was für eine Quote. Für mich einer der fairsten und elegantesten Abwehrspieler ever. Als Sohn der Fußballlegende Cesare Maldini wurden die Weichen schon in seiner Kindheit gestellt. Er machte dem Papa alle Ehre, spielte sogar von 1996-98 unter ihm bei der Squadra Azzurra. Selbst 4 Jahre nach seinem Ausscheiden wollte man ihn immer noch in die Nationalmannschaft zurückholen.

Fabio Cannavaro, Weltfußballer 2006, aktuell Trainer in China, kickte im Gegensatz zu vorherig genannten Mannschaftstreuen schon bei Juve, Inter Mailand, AC Parma, SSC Neapel, Real Madrid und Al Ahli. Der ewig lachende, körperlich eher kleine Abwehrspieler, bewies in jedem Match eine Übersicht, wie kaum ein anderer. Mit seiner intelligenten Spielweise ließ er Gegnern kaum eine Chance und war das Bollwerk seines Teams. Inzwischen ist es ruhiger um Cannavaro geworden. 2002 und 2008 stand er vor der Kamera. Mit einem Kurzfilm wurde er sogar für den spanischen Filmpreis Goya nominiert.

Ein weiterer Lieblingsspieler von mir ist Alessandro Nesta. War er am Ball, begann das Wort Eleganz komplett neue Dimensionen anzunehmen. Nesta wirkte auf mich immer irgendwie zerbrechlich. Wie ein kleiner Junge, der gar nicht wusste, was für ein Ausnahmetalent er wirklich war. Immer sehr ernst, fast schon traurig aussehend, fegte er wie ein Wirbelwind an seine Gegner vorbei, hochkonzentriert verteilte er die Bälle und machte den Fußball zur Kunst. Kein Grätschen, keine Fouls, er lief die Bälle einfach ab, denn das war seine Stärke. Auf Drängen seines Vaters begann er seine 20-jährige Fußballkarriere bei Lazio Rom. Ein lukratives Angebot vom AS Rom musste er ausschlagen, da seine Familie durch und durch Lazio-Anhänger war. 1997 wurde er Mannschaftskapitän, sein damaliger Trainer Sven-Göran Eriksson lobte ihn in höchsten Tönen. „Egal, wie viele Wörter du auch gebrauchst, sie reichen nicht, um auszudrücken, wie gut er ist.“ (www.spiegel.de/Karriereende von Alessandro Nesta: Abschied eines Defensiv-Künstlers) Beim AC Mailand bildete er mit Maldini das beste Abwehr-Duo aller Zeiten.

Lilian Thuram ist DAS Fußball-Idol der 90er. Er begann in Monaco, wechselte später zum AC Parma und zu Juve. Für eine Ablöse von 5 Millionen Euro zog er weiter zum FC Barcelona. Von 1994 bis 2008 spielte er in der französischen Nationalmannschaft. Ein Herzfehler beendete dann leider seine aktive Laufbahn. Mit 142 Länderspielen ist er Rekordnationalspieler Frankreichs. Thuram war ein sehr geradliniger Spieler ohne Skandale, ohne Chichi. Trotz 1,85 m Körpergröße und 80 Kg Gewicht bewegte er sich extrem schnell. Ich verglich ihn immer mit einem Panther, weil seine Bewegungen so geschmeidig aussahen. Viele Experten sehen ihn als besten Abwehrspieler der Welt.

Xavi heißt eigentlich Xavier Hernández i Creus, aber viele Fußballer haben ja den Spleen, nur ihren Spitznamen  auf`s Trikot zu schreiben. Zugegeben, sein echter Name hätte auch kaum drauf gepasst ;-). Das Erste, was mir bei Xavi auffiel, war seine unendliche Ruhe, die er auf dem Feld ausstrahlte. Er behielt in jeder Minute die Übersicht, kontrollierte den Ball gekonnt und seine Pässe kamen punktgenau an. So stelle ich mir einen Spielmacher vor. Seit seiner Jugend spielte er beim FC Barcelona, lässt nun seine Karriere in Doha ausklingen. Er wurde 8x Meister, gewann 4x die Champions League, wurde 2x Europameister, 1x Weltmeister und und und. Mehr kann man nicht erreichen. Der für ihn wohl historischste Sieg war das 6:2 gegen Real Madrid. Hier bereitete er 4 von 6 Toren selber vor. Ganz groß macht Xavi, dass er seine Schwächen kennt und ein echter Teamplayer ist.  „Ich müsste mehr Tore erzielen. Aber wenn ich an den Strafraum komme, entscheide ich mich fast immer für ein Zuspiel und nicht für einen Torschuss.“ (Zitat aus dem Kicker online: Xavi – Das Barça-Hirn)

Clarence Seedorf ist ein ehemaliger holländischer Fußballer. Schon mit 16 Jahren! spielte er bei Ajax Amsterdam in der ersten Mannschaft mit und wurde schnell zum festen Bestandteil. In den 90ern gehörte Ajax für mich zu den stärksten Teams mit dem ansehnlichsten Fußball. Leider verließ Seedorf nach nur 3 Jahren den Club und ging nach Genua, dann zu Real Madrid, Inter Mailand und AC Mailand. Beim AC fühlte er sich nach langer Zeit wieder gut aufgehoben, wurde Stammspieler neben Pirlo und Kaka`. 2006 wurde ihm eine besondere Ehre zu Teil. Er übernahm die Nr. 10 von Rui Costa, eine Nummer, die allgemein im Fußball als DAS Besondere gilt. Immerhin durften schon Legenden wie Pele`oder Maradona sie tragen. Sie steht für den Spielmacher, den Leader, die Person, auf die alle Augen gerichtet sind. Seedorf verkörperte die Position bestens. Was konnte der Mann dribbeln! Seine Ballsicherheit war überragend, seine Übersicht genial. Selten ging ein Ball verloren, wenn Seedorf passte. Toll anzusehen waren auch seine Freistöße, trotzdem ich nicht so der Liebhaber von Standardsituationen bin.

Eine weitere holländische Größe ist Edgar Davids. Ich erinnere mich noch genau, dass ich mich immer fragte, ob der arme Kerl nicht irgendwann mal auf dem Platz umfällt. Noch nie zuvor habe ich einen Menschen so viel laufen sehen, wie ihn. Unermüdlich rannte er aus dem Mittelfeld nach vorne, wieder zurück, ganz nach hinten, wieder nach links…….unglaublich. Ich verglich ihn mit dem Duracell-Häschen, das erst aufhört, wenn man ihm seine Batterie klaut ;-). Ohne Frage, DAS war Seedorfs größte Stärke. Er opferte sich in jedem Spiel zu 100 % für die Mannschaft auf, führte das Team auch durch hektische Phasen, nahm ihnen viel Laufarbeit ab und hatte eine Schusskraft, vor der jeder Spieler, der in der Mauer stand, zitterte. Wiedererkennungswert besaß er auch optisch. Seine geflochtenen Zöpfe und die außergewöhnliche Brille machten ihn unverwechselbar. Die Brille musste er nach einer Augen-OP tragen, später wurde sie zum modischen Accessoire. Aber Davids war auch ein Fußballer mit Ecken und Kanten und nicht bei allen beliebt. Besonders mit den Trainern Guus Hiddink und Marco van Basten verscherzte er es sich. Dem einen unterstellte er Diskriminierung und er soll doch mal „seinen Kopf aus dem Ar…. einiger Spieler … nehmen.“ (Artikel im Tagesanzeiger: Der Ausraster des Pitbulls) Dem anderen bescheinigte er unverblümt seine Unfähigkeit bei der Spielerauswahl. Haha, der Davids. So war er eben. 

Kommen wir zu meinen 3 Lieblingsstürmern, Lionel Messi, Didier Drogba und Alessandro Del Piero. Messi, der spektakulärste und beste Fußballer aller Zeiten, Punkt. Mein Beitrag würde nicht ausreichen, um all seine Aktionen, außergewöhnlichen Leistungen und persönlichen Sympathiepunkte herauszuarbeiten. Jeder kennt ihn, jeder weiß, was ihn so besonders macht. Da bleibt mir nur noch zu sagen:“Hut ab. Weiter so. Bleib auf dem Teppich. Dann hast Du im Leben alles richtig gemacht.“

Ich mag diesen Didier Drogba echt gerne. Als Stürmer hat er immer den richtigen Riecher, holt sich aber die Bälle auch von hinten, erarbeitet sich seine Chancen selbst. Dass er wirklich Spaß am Fußball hat, sieht man ihm an. Sein verschmitztes Grinsen, wenn ihm eine Aktion gelingt und seine kurze, gespielte Enttäuschung, wenn etwas schief geht, ist einfach Gold wert. Er nimmt einfach alles mit Humor. Mehr von solchen Spielern!

Was kann ich noch über Alessandro Del Piero schreiben, was ich nicht schon 1000 Mal gesagt habe. Mit Abstand DIE Juve-Legende schlechthin, ein Zauberer am Ball und ein so sympathischer, fairer Spieler. War er am Ball, begann eine Symphonie. Er spielte ihn nicht, er streichelte ihn. Sein Überblick, das technische Geschick, schlitzohrige Traumaktionen und sein spitzbübisches Lächeln machen ihn zu meinem absoluten Lieblingsspieler. Immer wieder betonte er, dass man seine „alte Dame“ niemals verlässt und blieb seinem Verein immer treu, ging mit ihm sogar in die 2. Liga. Bevor er 2012 seine aktive Karriere beendete, bestritt er insgesamt 89 Champions-League-Spiele. Heute ist er Laureus-Botschafter und trainiert Jugendliche Fußballer, die zu Recht zu ihrem Idol aufsehen und sicher viel von ihm lernen können. Wenn ich einen Spieler wirklich vermisse, dann ist es Ale.

 

Verpasst nicht Teil 2 von „Fußball-EM 2016 – Dany`s Traumelf“. Dann erfahrt Ihr, wen ich auf die Bank gesetzt habe.
Hier die festen Teilnehmer für diese Woche:Montag: Fooneo | La Colorful PassionDienstag: Eileen Buttercake | Ars Vera(e)Mittwoch: Steffis Testlounge | Beauty and the beamDonnerstag: L’Ora della Vlope | Delicious DrugFreitag: Steffis Testlounge | Beauty and the beam | Creative LookSamstag: Creative LookSonntag: Beauty and the beam | Kaya Mitchell | Sternentraum Mädchen

Austragungsorte und Stadien der EM 2016 in Frankreich – Teil 4

Creative Look-Blogparade Fußball EM 2016

 

Mona von Beauty and the beam hat zur Blogparade aufgerufen und beim Thema Fußball konnte ich natürlich nicht nein sagen. Vielen Dank, liebe Mona, dass ich dabei sein darf. Als erstes gibt es einen weiteren Beitrag aus der Reihe „Austragungsorte und Stadien der EM 2016 in Frankreich“. Morgen folgt dann die (etwas außergewöhnliche) Aufstellung meiner Traum- bzw. Legenden-Elf.

Kommen wir heute zu einem wunderschönen Stadion in Saint-Etienne, das Stade Geoffroy-Guichard. Es besteht seit 1931 und besitzt 4 Tribünen, die in je 2 Rängen unterteilt sind. Über 35.000 Zuschauer können hier ihren AS Saint-Etienne anfeuern. Der Club ist schon etwas ganz Besonderes. Er hat keine großen Namen unter Vertrag, war aber öfter Meister als die weltbekannten Vereine Paris Saint-Germain, Marseille oder Lyon. Als einziger Club Frankreichs besitzt Saint-Etienne ein eigenes Museum, das Museum der Grünen.

Einigen wird das Stadion eher aus Negativschlagzeilen im Gedächtnis sein. Immer wieder kam es zu Ausschreitungen, wenn Fußballfans aus Basel anreisten. Nun haben die rot-blauen Anhänger Stadionverbot. Dass sie nicht mal mehr durch die Stadt ziehen dürfen, soll mit den Terroranschlägen in Paris zu tun haben. Im Stade Geoffroy-Guichard sind wohl wesentlich weniger Sicherheitskräfte im Einsatz, als woanders. Daher wollen die Behörden Gästefans in Eigenregie aussperren.

Aber auch die Hooligans von Saint-Etienne sind nicht ohne. Letztes Jahr wollten sie die Hochzeit eines Olympique Lyon Anhängers crashen, denn der wechselte die Seiten, taten dies auch. Dumm nur, dass sie auf der falschen Feier waren. 😉

Die Stadt liegt 50 Km südwestlich von Lyon, am Rande eines schönen Naturparks und ist in 9 Kantone unterteilt. Industriell wurde früher die Kohleförderung groß geschrieben. Die optische Industrie wurde weltweit bekannt, da sie bei den ersten amerikanischen Raummissionen und der Mondlandung eingesetzt wurde.

Saint-Etienne ist eine typische Großstadt, dicht bebaut, wenig Grün. Wer dennoch einen Hauch französischen Flairs erhaschen will, sollte gemütlich durch die kleinen Gassen streichen. Dort gibt es einige süße Cafes, die an die Straßencafes erinnern, die oft auf Gemälden dargestellt sind und DAS typische Frankreich reflektieren.

Sehenswert ist das Rathaus, die alte Waffenmanufaktur, das Museum für moderne Kunst und das Planetarium. Wer es süß mag, sollte sich unbedingt die Schokoladenfabrik anschauen. Dort wird die bekannte Marke „Weiss“ produziert.

Für entspanntes Beisammensein sorgen zahlreiche Teesalons wie „Le Petit Helder“, „Chez Marinette“ und „La Potinière“. Örtliche Spezialitäten sind „Rapee“, warme Pasteten und für ganz Mutige die Froschschenkel. Bon appetit.

Nudelliebhaber sollten sich auf die Suche nach DEM Feinkostladen Cornand et fils machen. Dort gibt es Nudeln in allen Variationen, mit Curry, Basilikum, Knoblauch und sogar mit Kakao.

Mein Geheimtipp ist aber die älteste Bäckerei der Stadt, im Au Gruau Lorrain schmeckt das Brot so lecker, dass etwas Butter ausreicht, um im 7. Himmel zu schweben. Auch die kleinen Törtchen und Macarons schmecken in Frankreich einfach vieeeeel besser. Unbedingt probieren!

 

Hier die festen Teilnehmer für diese Woche:Montag: Fooneo | La Colorful PassionDienstag: Eileen Buttercake | Ars Vera(e)Mittwoch: Steffis Testlounge | Beauty and the beamDonnerstag: L’Ora della Vlope | Delicious DrugFreitag: Steffis Testlounge | Beauty and the beam | Creative LookSamstag: Creative LookSonntag: Beauty and the beam | Kaya Mitchell | Sternentraum Mädchen

Austragungsorte und Stadien der EM 2016 in Frankreich – Teil 3

Lens

Ein wirklich riesiges Stadion ist das Stade Bollaert-Delelis in Lens. Früher passten 50.000 Fans hinein. Die Plätze wurden auf 41.800 reduziert und schrumpften zur diesjährigen EM nochmal auf 38.223. Trotzdem fasst es immer noch mehr Menschen als es Einwohner in Lens gibt. Hier ist der Zweitligist RC Lens beheimatet, seine Heimspiele trägt er aber seit letzter Saison wieder im Stade Bollaert-Delelis aus.

Dieses Jahr wird das Public Viewing auf dem Rathausplatz von Lens stattfinden, 1 Km vom Stadion entfernt. 10.000 Zuschauer können dort das Spiel verfolgen.

Bekannt wurde Lens leider mehr durch negative Fußballschlagzeilen. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich kam es am 21. Juni im Spiel Deutschland gegen Jugoslawien zu Straßenschlachten zwischen Hooligans und der Polizei. Mittendrin der Gendarm Daniel Nivel, der dabei schwerste Kopfverletzungen erlitt und sechs Wochen im Koma lag. Er konnte sich nie wieder davon erholen und ist heute schwerbehindert.

Lens liegt 200 Km nördlich von Paris und ist von dort aus am einfachsten mit dem TGV in 70 Minuten zu erreichen. Früher galt die Stadt als französisches Ruhrgebiet. Zur Verschiffung ihrer Steinkohle wurde extra der Canal de Lens erbaut. Das Kohlerevier gehört heute zum UNESCO Welterbe.

Am 4. Dezember 2012 eröffnete das 14.000 qm große Museum Louvre-Lens. Es ist ein „Ableger“ des weltberühmten Louvre und beherbergt Kunstsammlungen des Stammhauses. Im anderen Flügel werden 2 mal im Jahr internationale Ausstellungen präsentiert.

Eine wahre Institution ist die Universite d`Artois. Untergebracht in den Verwaltungsgebäuden der ehemaligen Bergbaugesellschaft wurde sie 1930 erbaut. Optisch findet man den Kunststil der Neo-Renaissance wieder.

Der größte französische Militärfriedhof, mit 20.000 Grabstätten, ist der Notre-Dame-de-Lorette. Ein Turm und eine Basilika sollen an die Kämpfe 1914/1915 erinnern.

Eines der ältesten Bauwerke im Art-Deco-Stil ist der 1926 erbaute alte Bahnhof. Seine Silhouette erinnert an eine Dampflok. Im Inneren sind wunderschöne Mosaike zu sehen.

Auf jeden Fall sehenswert ist das Stadtzentrum von Lens. Der Platz Jean Jaures liegt zwischen 2 Hauptgeschäftsstraßen, dem Boulevard Emile Basly und der Rue Lanoy. Dort steht das Rathaus und die Kirche Saint-Leger.

Die Gegend um Lens wurde mit der Auszeichnung Pays d`Art et d`Histoire (Land der Kunst und Geschichte) geehrt.

Wer flämisches Essen mag, ist in Lens genau richtig. Hier gibt es flämische Karbonade (Schmorfleisch-Eintopf) und leckeren Potjevleesch Fleisch in Aspik).

Auf Bier muss ebenfalls nicht verzichtet werden. Sehr gut soll das Ch`ti und das Page 24 sein.

Fußballinterna speziell für Frauen – Teil 2

Nun geht es bald mit der EM in Frankreich los und viele Frauen schmieden schon jetzt Urlaubspläne. Nein, nicht für eine Reise nach Frankreich. Es wird eher ein Kurztrip mit der besten Freundin nach Mailand, ein Wellness-Wochenende oder ein längerer Ausflug mit den Kids. Den meisten Damen geht nämlich das Gegröle und Geschrei ihrer Männer bei solchen Großveranstaltungen gehörig auf den Keks. Sie können nicht besonders viel damit anfangen, dass sich die Herren der Schöpfung über ein Thema streiten, von dem sie letztlich gar nicht profitieren. Was bringt es eigentlich, wenn Deutschland gewinnt oder Spanien ausscheidet? Nichts. Keine Kohle für neue Schuhe, keine Beförderung, kein besseres Leben. Frauen sehen das eben alles viel pragmatischer.

Für die, die ihren Männern doch lieber die Tränen trocknen und ihnen fußballerisch zur Seite stehen möchten, wieder ein paar Interna, mit denen Ihr glänzen könnt. Eure Männer werden staunen.

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  1. Gespielt wird nur mit EINEM Ball. Manchmal kullert ein weiteres rundes Objekt über den Rasen. Neben Ballons oder verbotenen Gegenständen aus den Zuschauerrängen kann sich schon mal ein 2. Ball dort hin verirren. Schreit sofort „Stopp. Da liegt ein 2. Ball. Abpfeifen“, denn eigentlich muss der Schiedsrichter hier unterbrechen. Es sei denn, der Ball behindert niemanden und verlässt sofort wieder das Feld.
  2. Geht eine Halbzeit (45 Minuten) langsam zu Ende, fragt doch gleich mal, ob die Nachspielzeit schon angezeigt wurde. Hier handelt es sich um meist 2-3 Minuten, die an die offizielle Spielzeit angehängt werden, da während des Spiels einige Verzögerungen auftraten (gelbe/rote Karten, Fouls, Tumulte, Ein-und Auswechslungen).
  3. Egal wie überflüssig Euch ein Spiel vorkommt, es muss nicht explizit immer einen Sieger geben. Viele Spiele werden wohl auch diesmal wieder unentschieden ausgehen. Fragt dann bloß nicht, wer gewonnen hat. Während der Gruppenphase gibt es erstmal nur Punkte. Die Gesamtpunktzahl entscheidet dann, welche Teams in die nächste Runde dürfen.
  4. Wie auch im 1. Teil „Fußballinterna für Frauen“ schon erwähnt, ignoriert bitte das ständige Abseits-Gebrülle der Männer. Beruhigend ist nämlich, dass viele sogenannte Experten die Regel selbst nicht erklären können. Wen es doch interessiert, stellt sich einfach seine Nachbarin vor. Ihr steht an Eurer Wohnungstür (Torhüter) und Eure Nachbarin (gegnerische Mannschaft) versucht sich schon wieder aufzudrängen. Sie will unbedingt einen Kaffee mit Euch trinken. Da niemand aus Eurem Team zwischen Euch steht und Euch den Rücken stärkt, wird die Nachbarin wohl gewinnen und Ihr werdet sie nicht mehr los. So ungefähr wurde früher gespielt. Die Abseitsregel wurde also erfunden, um lästige Nachbarn nicht mehr so nah an sich heran zu lassen. Jetzt muss immer mindestens 1 Person (aus Eurem Team) zwischen Euch und der Nachbarin stehen, damit es KEIN Abseits ist. Somit rückt sie Euch nicht zu sehr auf die Pelle. 😉 Malt es Euch auf und Ihr versteht bestimmt, was ich meine.
  5. Unter den Profis gibt es auch hin und wieder einige Fußballer, die ohne jeglichen Grund laut aufschreien, sich am Boden wälzen und sich schmerzverzerrt jedes erdenkliche Körperteil halten. Nicht immer war es wirklich ein Foul. Sollte jemand nur geschauspielert haben und wurde weder gefoult noch hat er sich selbst verletzt, nennt man das eine Schwalbe. Also gut hinschauen. Frauen haben dafür meist einen besseren Blick als Männer.
  6. Schwangerschaftsverhütung auf dem Platz? Nö, gaaanz anders. Die Pille ist einfach nur der Ball!!!
  7. Wer hält denn da ein Schläfchen? Na hoffentlich niemand. Einnicken tut ein Spieler, der einen einfachen Ball genau vor dem Tor mit seinem Kopf ins Netz befördert. Meist wurde der letzte Spielzug schon so gut vorbereitet, dass der „Einnicker“ eigentlich nichts mehr falsch machen kann.
  8. Eine Notbremse ist alles andere als fairer Sportsgeist, trotzdem immer wieder praktiziert und fällt unter den Begriff technisches Foul. Ein Spieler bemerkt, dass sein Gegenspieler so gut wie auf und davon ist, was wahrscheinlich ein Tor mit sich bringt. Kurzerhand foult er diesen Spieler, damit er den Ball verliert. Er hat somit ein potentielles Tor verhindert. Egal wie die Männer das sehen, bejubeln bedeutet, das Fairplay im Sport zu ignorieren.
  9. Rudelbildung, was für ein tolles Wort. Kurz gefasst kann man sagen, es handelt sich um eine mögliche bevorstehende Klopperei.

Zur letzten WM in Brasilien verfasste ich schon einen ähnlichen Artikel, den Ihr hier gerne nochmal nachlesen könnt.