Fußball-EM 2016 – Dany`s Traumelf Teil 1

Creative Look-Blogparade Fußball EM 2016

Manchmal schwelge ich in Fußballerinnerungen. Besonders bei langweiligen oder extrem unfairen Partien sehne ich die ein oder andere Legende herbei. Aber wer gilt eigentlich als Legende? Da gehen die Meinungen ziemlich weit auseinander. Meine Fußballlegenden dürfen Ehemalige und Aktive sein, sie werden nicht an einer bestimmten Nationalität festgemacht, müssen nicht die Torjäger schlechthin sein und können von mir aus in der A-Jugend spielen ;-). Meine Prioritäten liegen da ganz woanders.

Für mich muss eine Fußballlegende (natürlich) gut spielen können. Dabei lege ich ganz besonderes Augenmerk auf einen ansehnlichen, technisch hochwertigen Fußball. Ein Stürmer, der nur vorne auf Bälle wartet, um sie dann einzunicken, ist nicht mein Ding. Ich mag Spieler, die arbeiten.

Eine Legende muss fair zum Spielerfolg kommen. Tätlichkeiten, grobe Fouls, Beleidigungen, Provokationen, all das ist einer Legende nicht würdig. Wer technisch gut spielt, braucht keine linke Nummer, um sich zu etablieren.

Im Herzen ein Leader, auf dem Platz ein Teamplayer. Legenden haben eine gesunde Mischung aus beiden Eigenschaften.

Aufgrund meiner eigenen Definition von Legende habe ich meine Traumelf zusammengestellt. Es war unendlich schwierig, mich auf nur 11 Spieler festzulegen. Daher habe ich gleich noch 11 Ersatzspieler ausgewählt. Diese gibt es dann im 2. Teil meines Beitrags „Fußball-EM 2016 – Dany`s Traumelf“.

frankreichflagge-fussballspieler.gif von 123gif.de

Startelf

Tor: Gianluigi Buffon

AbwehrPaolo Cesare Maldini, Fabio Cannavaro, Alessandro Nesta, Lilian Thuram

Mittelfeld: Xavi, Clarence Seedorf, Edgar Davids

Sturm: Lionel Messi, Didier Drogba, Alessandro Del Piero

 

Mit seiner Routine war Gigi Buffon schon immer stärkster Rückhalt für seine Mannschaft. Er ist Antreiber, Motivator und Sportsmann. Selbst in hektischen Situationen behielt er immer den Überblick, leitete mit schnellen Abwürfen viele gute Spielsituationen ein und machte auch fußballerisch eine prima Figur am Ball, wenn es mal nötig wurde. Auch, wenn seine Leistung nicht mehr ganz so unfehlbar ist wie früher, ist er für mich die unumstrittene Nummer 1 im Tor. Mein Herz eroberte er mit seiner sympathischen und äußerst fairen Persönlichkeit. Schön, dass Juve den Vertrag des 38-jährigen bis 2018 verlängert hat. Sollte Buffon dann „in Rente“ gehen wollen, hätte er 17 Jahre bei der alten Dame verbracht. Respekt!

Paolo Maldini, mein Traum-Abwehrspieler. 31 !!! Jahre lang beim AC Mailand, 14 Jahre Nationalspieler, was für eine Quote. Für mich einer der fairsten und elegantesten Abwehrspieler ever. Als Sohn der Fußballlegende Cesare Maldini wurden die Weichen schon in seiner Kindheit gestellt. Er machte dem Papa alle Ehre, spielte sogar von 1996-98 unter ihm bei der Squadra Azzurra. Selbst 4 Jahre nach seinem Ausscheiden wollte man ihn immer noch in die Nationalmannschaft zurückholen.

Fabio Cannavaro, Weltfußballer 2006, aktuell Trainer in China, kickte im Gegensatz zu vorherig genannten Mannschaftstreuen schon bei Juve, Inter Mailand, AC Parma, SSC Neapel, Real Madrid und Al Ahli. Der ewig lachende, körperlich eher kleine Abwehrspieler, bewies in jedem Match eine Übersicht, wie kaum ein anderer. Mit seiner intelligenten Spielweise ließ er Gegnern kaum eine Chance und war das Bollwerk seines Teams. Inzwischen ist es ruhiger um Cannavaro geworden. 2002 und 2008 stand er vor der Kamera. Mit einem Kurzfilm wurde er sogar für den spanischen Filmpreis Goya nominiert.

Ein weiterer Lieblingsspieler von mir ist Alessandro Nesta. War er am Ball, begann das Wort Eleganz komplett neue Dimensionen anzunehmen. Nesta wirkte auf mich immer irgendwie zerbrechlich. Wie ein kleiner Junge, der gar nicht wusste, was für ein Ausnahmetalent er wirklich war. Immer sehr ernst, fast schon traurig aussehend, fegte er wie ein Wirbelwind an seine Gegner vorbei, hochkonzentriert verteilte er die Bälle und machte den Fußball zur Kunst. Kein Grätschen, keine Fouls, er lief die Bälle einfach ab, denn das war seine Stärke. Auf Drängen seines Vaters begann er seine 20-jährige Fußballkarriere bei Lazio Rom. Ein lukratives Angebot vom AS Rom musste er ausschlagen, da seine Familie durch und durch Lazio-Anhänger war. 1997 wurde er Mannschaftskapitän, sein damaliger Trainer Sven-Göran Eriksson lobte ihn in höchsten Tönen. „Egal, wie viele Wörter du auch gebrauchst, sie reichen nicht, um auszudrücken, wie gut er ist.“ (www.spiegel.de/Karriereende von Alessandro Nesta: Abschied eines Defensiv-Künstlers) Beim AC Mailand bildete er mit Maldini das beste Abwehr-Duo aller Zeiten.

Lilian Thuram ist DAS Fußball-Idol der 90er. Er begann in Monaco, wechselte später zum AC Parma und zu Juve. Für eine Ablöse von 5 Millionen Euro zog er weiter zum FC Barcelona. Von 1994 bis 2008 spielte er in der französischen Nationalmannschaft. Ein Herzfehler beendete dann leider seine aktive Laufbahn. Mit 142 Länderspielen ist er Rekordnationalspieler Frankreichs. Thuram war ein sehr geradliniger Spieler ohne Skandale, ohne Chichi. Trotz 1,85 m Körpergröße und 80 Kg Gewicht bewegte er sich extrem schnell. Ich verglich ihn immer mit einem Panther, weil seine Bewegungen so geschmeidig aussahen. Viele Experten sehen ihn als besten Abwehrspieler der Welt.

Xavi heißt eigentlich Xavier Hernández i Creus, aber viele Fußballer haben ja den Spleen, nur ihren Spitznamen  auf`s Trikot zu schreiben. Zugegeben, sein echter Name hätte auch kaum drauf gepasst ;-). Das Erste, was mir bei Xavi auffiel, war seine unendliche Ruhe, die er auf dem Feld ausstrahlte. Er behielt in jeder Minute die Übersicht, kontrollierte den Ball gekonnt und seine Pässe kamen punktgenau an. So stelle ich mir einen Spielmacher vor. Seit seiner Jugend spielte er beim FC Barcelona, lässt nun seine Karriere in Doha ausklingen. Er wurde 8x Meister, gewann 4x die Champions League, wurde 2x Europameister, 1x Weltmeister und und und. Mehr kann man nicht erreichen. Der für ihn wohl historischste Sieg war das 6:2 gegen Real Madrid. Hier bereitete er 4 von 6 Toren selber vor. Ganz groß macht Xavi, dass er seine Schwächen kennt und ein echter Teamplayer ist.  „Ich müsste mehr Tore erzielen. Aber wenn ich an den Strafraum komme, entscheide ich mich fast immer für ein Zuspiel und nicht für einen Torschuss.“ (Zitat aus dem Kicker online: Xavi – Das Barça-Hirn)

Clarence Seedorf ist ein ehemaliger holländischer Fußballer. Schon mit 16 Jahren! spielte er bei Ajax Amsterdam in der ersten Mannschaft mit und wurde schnell zum festen Bestandteil. In den 90ern gehörte Ajax für mich zu den stärksten Teams mit dem ansehnlichsten Fußball. Leider verließ Seedorf nach nur 3 Jahren den Club und ging nach Genua, dann zu Real Madrid, Inter Mailand und AC Mailand. Beim AC fühlte er sich nach langer Zeit wieder gut aufgehoben, wurde Stammspieler neben Pirlo und Kaka`. 2006 wurde ihm eine besondere Ehre zu Teil. Er übernahm die Nr. 10 von Rui Costa, eine Nummer, die allgemein im Fußball als DAS Besondere gilt. Immerhin durften schon Legenden wie Pele`oder Maradona sie tragen. Sie steht für den Spielmacher, den Leader, die Person, auf die alle Augen gerichtet sind. Seedorf verkörperte die Position bestens. Was konnte der Mann dribbeln! Seine Ballsicherheit war überragend, seine Übersicht genial. Selten ging ein Ball verloren, wenn Seedorf passte. Toll anzusehen waren auch seine Freistöße, trotzdem ich nicht so der Liebhaber von Standardsituationen bin.

Eine weitere holländische Größe ist Edgar Davids. Ich erinnere mich noch genau, dass ich mich immer fragte, ob der arme Kerl nicht irgendwann mal auf dem Platz umfällt. Noch nie zuvor habe ich einen Menschen so viel laufen sehen, wie ihn. Unermüdlich rannte er aus dem Mittelfeld nach vorne, wieder zurück, ganz nach hinten, wieder nach links…….unglaublich. Ich verglich ihn mit dem Duracell-Häschen, das erst aufhört, wenn man ihm seine Batterie klaut ;-). Ohne Frage, DAS war Seedorfs größte Stärke. Er opferte sich in jedem Spiel zu 100 % für die Mannschaft auf, führte das Team auch durch hektische Phasen, nahm ihnen viel Laufarbeit ab und hatte eine Schusskraft, vor der jeder Spieler, der in der Mauer stand, zitterte. Wiedererkennungswert besaß er auch optisch. Seine geflochtenen Zöpfe und die außergewöhnliche Brille machten ihn unverwechselbar. Die Brille musste er nach einer Augen-OP tragen, später wurde sie zum modischen Accessoire. Aber Davids war auch ein Fußballer mit Ecken und Kanten und nicht bei allen beliebt. Besonders mit den Trainern Guus Hiddink und Marco van Basten verscherzte er es sich. Dem einen unterstellte er Diskriminierung und er soll doch mal „seinen Kopf aus dem Ar…. einiger Spieler … nehmen.“ (Artikel im Tagesanzeiger: Der Ausraster des Pitbulls) Dem anderen bescheinigte er unverblümt seine Unfähigkeit bei der Spielerauswahl. Haha, der Davids. So war er eben. 

Kommen wir zu meinen 3 Lieblingsstürmern, Lionel Messi, Didier Drogba und Alessandro Del Piero. Messi, der spektakulärste und beste Fußballer aller Zeiten, Punkt. Mein Beitrag würde nicht ausreichen, um all seine Aktionen, außergewöhnlichen Leistungen und persönlichen Sympathiepunkte herauszuarbeiten. Jeder kennt ihn, jeder weiß, was ihn so besonders macht. Da bleibt mir nur noch zu sagen:“Hut ab. Weiter so. Bleib auf dem Teppich. Dann hast Du im Leben alles richtig gemacht.“

Ich mag diesen Didier Drogba echt gerne. Als Stürmer hat er immer den richtigen Riecher, holt sich aber die Bälle auch von hinten, erarbeitet sich seine Chancen selbst. Dass er wirklich Spaß am Fußball hat, sieht man ihm an. Sein verschmitztes Grinsen, wenn ihm eine Aktion gelingt und seine kurze, gespielte Enttäuschung, wenn etwas schief geht, ist einfach Gold wert. Er nimmt einfach alles mit Humor. Mehr von solchen Spielern!

Was kann ich noch über Alessandro Del Piero schreiben, was ich nicht schon 1000 Mal gesagt habe. Mit Abstand DIE Juve-Legende schlechthin, ein Zauberer am Ball und ein so sympathischer, fairer Spieler. War er am Ball, begann eine Symphonie. Er spielte ihn nicht, er streichelte ihn. Sein Überblick, das technische Geschick, schlitzohrige Traumaktionen und sein spitzbübisches Lächeln machen ihn zu meinem absoluten Lieblingsspieler. Immer wieder betonte er, dass man seine „alte Dame“ niemals verlässt und blieb seinem Verein immer treu, ging mit ihm sogar in die 2. Liga. Bevor er 2012 seine aktive Karriere beendete, bestritt er insgesamt 89 Champions-League-Spiele. Heute ist er Laureus-Botschafter und trainiert Jugendliche Fußballer, die zu Recht zu ihrem Idol aufsehen und sicher viel von ihm lernen können. Wenn ich einen Spieler wirklich vermisse, dann ist es Ale.

 

Verpasst nicht Teil 2 von „Fußball-EM 2016 – Dany`s Traumelf“. Dann erfahrt Ihr, wen ich auf die Bank gesetzt habe.
Hier die festen Teilnehmer für diese Woche:Montag: Fooneo | La Colorful PassionDienstag: Eileen Buttercake | Ars Vera(e)Mittwoch: Steffis Testlounge | Beauty and the beamDonnerstag: L’Ora della Vlope | Delicious DrugFreitag: Steffis Testlounge | Beauty and the beam | Creative LookSamstag: Creative LookSonntag: Beauty and the beam | Kaya Mitchell | Sternentraum Mädchen

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7 Kommentare zu “Fußball-EM 2016 – Dany`s Traumelf Teil 1

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  4. Eine sehr schöne Idee für die Blogparade und ausserdem sehr lehrreich. Ich kenne zwar die wenigsten Namen, weil ich mich noch nicht so lange für Fussball interessiere, aber deine genannten Gründe sprechen sehr für die Auswahl 🙂

    Viele Grüsse
    Jari

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    • Super, das freut mich. Da ich seit meinem 12. Lebensjahr ganz bewusst den Fußball verfolge, kenne ich natürlich Namen, die vielen Jüngeren nichts sagen. Deshalb wollte ich zeigen, dass aktuelle „Stars“ nicht immer die Fußballgötter und Könner sein müssen, wie sie meist von der Presse dargestellt werden, sondern dass es echte Legenden gab, für die es nicht nur ums Finanzielle ging. Auch die Fairness muss meiner Meinung nach wieder zum Sport zurückkehren.

      LG Dany

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      • Wow, dann bist du sicher schon eine Weile dabei und kennst dich auch sehr gut aus. Deine Definition einer Legende finde ich grossartig und kann ich voll und ganz unterzeichnen!

        LG
        Jari

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