Tag-Archiv | Rezension

Spannend geht es weiter mit „Mordsommer“ – Rudi Jagusch

Mordsommer

 

Wer gerne Filme wie „Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast“ schaut, wird Jagusch`s Thriller lieben.

Nina Lehmann lebt für ihren Job. Bald wird sie die zukünftige Oberstaatsanwältin und Fleiß und Disziplin sind ihre größten Stärken. Doch ist Nina wirklich ein so toller Mensch? Ist ihre Weste tatsächlich so makellos rein?

 

Jagusch schürt auf jeder Seite die Neugier seiner Leser. Dabei wechselt er ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Stück für Stück erfährt man, was in Nina`s Schulzeit schief lief und warum sie bald die Quittung dafür bekommt.

Ein anonymer Brief reißt Nina aus ihrem schönen Zukunftstraum. Jemand droht ihr, ein altes Geheimnis zu lüften und „läd“ sie in ein kleines Örtchen in der Eifel ein. Sie bangt um ihre Karriere, denn damals, in der Schulzeit, passierte etwas ganz Schreckliches. Niemals darf das Geheimnis ans Licht kommen, das hatte sich ihre Clique geschworen und sich bis heute daran gehalten. Aber wer weiß noch davon? Wer will ihr gerade jetzt schaden? Wenig später fährt Nina zum Treffen. Doch dort beginnt der wahre Alptraum. 

Die Story ist nicht neu. Schon unzählige Male wurde sie verfilmt, mal mehr, mal weniger gut. Trotzdem ist dieser Thriller lesenswert. Der Autor lenkt den Verdacht bewusst auf jede Person, die nur annähernd mit Nina zu tun hat. Vielleicht manchmal to much, aber das Horror-Genre muss ja nicht immer mit Logik bedient werden, denn die geht wirklich ein wenig ab.

Schwierig wird es anfangs, alle Personen auseinander zu halten. Viele Haupt- und Nebenpersonen wechseln sich ab. An manchen Stellen musste ich tatsächlich zurückblättern, weil ich nicht mehr wusste, um wen es sich gerade handelt. Später findet man sich aber gut zurecht.

Sehr gut gemacht finde ich die Passagen, als der Leser den Mörder kennen lernt. Seine Monologe sind bewusst in kursiver Schrift dargestellt, sodass man sofort erkennt, um wen es sich handelt.

Zuerst fand ich die Protagonistin sehr sympathisch. Doch die Sympathien wechseln schnell hin und her. Das scheint von Jagusch genau so beabsichtigt zu sein. Immer, wenn man jemanden anfängt zu mögen, stellt man sich bald darauf auf die Seite einer anderen Person. Verdächtigungen lösen sich schnell in Luft auf, da der Autor ständig neue potentielle Killer in petto hat.

 

4 Herzchen für echte Horror-Fans  ♥♥♥♥

 

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Achtung, nichts für schwache Nerven – Der Killer – Richard Laymon

Der Killer

 

Ja, ich gebe es zu. Ich liebe Horrorstorys. Je abgefahrener, desto besser. Manchmal darf es auch ein simpler Splatter sein, wo das Blut nur so spritzt. Nicht immer brauche ich tiefgehenden Lesestoff.

Richard Laymon bedient genau dieses Genre. Heftig, blutig, hart. Aber alles gut verpackt in einer spannenden Story. Ich habe keine Ahnung, ob das Buch je verfilmt wurde, aber Potential dafür hat es auf alle Fälle.

 

Lacy lebt in einer Kleinstadt. Als Journalistin ist sie immer direkt am Geschehen. Meist passiert nicht viel in solch kleinen Orten. Das ändert sich aber schlagartig, als sich merkwürdige Dinge in Oasis zutragen. Getötete Tiere, unheimliche Geräusche, eine Axt …..

Und dann wird ihr schlimmster Alptraum wahr. Ein wahnsinniger Killer treibt sein Unwesen. Der alltägliche Supermarktbesuch wird für Lacy zum Überlebenskampf. Schwer verletzt kann sie fliehen. 

Aber in Sicherheit ist sie noch lange nicht. Was haben die befremdlichen Riten auf sich und wer ist eigentlich Laveda?

 

Auf den Killer gehe ich hier bewusst nicht ein, denn Laymons Darstellung dieser Figur ist …. naja, etwas eigenwillig. Man sollte schon offen für übernatürliche Dinge sein, um die Story zu mögen. Auch ich fand Laymons Idee dazu anfangs nicht ganz so prickelnd, aber es entwickelt sich, versprochen.

Das Ende kam für mich leicht vereinfacht rüber. Da hätte der Autor gerne noch ein paar überraschende Wendungen einbauen können. Ansonsten eine leichte, aber gruselige Lektüre für Horrorfans.

4 von 5 Herzchen von mir.  ♥♥♥♥

Fieber – Louise Voss und Mark Edwards

Fieber

Kathe verliebt sich während eines Aufenthalts in einem Forschungszentrum in den jungen Arzt Stephen. Die Studie zur Bekämpfung eines Erkältungsvirus verläuft völlig unproblematisch, bis ein Unglück geschieht.

Im Gebäude bricht plötzlich ein Feuer aus. Kathe entkommt nur knapp, für Stephen kommt jede Hilfe zu spät.

Um das Erlebte zu verarbeiten, verläßt Kathe das Land und geht nach Amerika. Sie möchte dort in der Forschung arbeiten und sich ein neues Leben aufbauen.

Erst 20 Jahre später kehrt sie wieder nach England zurück. Inzwischen hat sie einen Sohn und flieht aus einer ganz anderen Hölle, der Ehe.

Doch auch hier kommt sie nicht zur Ruhe. Die Vergangenheit holt sie erneut ein. Sie trifft einen Unbekannten, der Stephen sehr ähnlich sieht. Wer ist dieser Mann? Und was will er von ihr?

 

Wer dieser Unbekannte ist, wird natürlich nicht verraten. Nur so viel, sie tut sich mit ihm zusammen und versucht heraus zu bekommen, was damals wirklich passierte. Beide begeben sich in gefährliche Situationen, da sie auf geheime Experimente und skrupellose Wissenschaftler stoßen.

Ein bisschen von „Outbreak“ hat die Story schon, trotzdem ist das Buch teilweise spannend geschrieben. Es liest sich sehr gut, ist verständlich und bemüht realistisch verfasst.

Leider habe ich schon recht viele Bücher gelesen, die in Richtung Forschungskriminalität gingen. Daher flashte mich die Handlung nicht richtig. Für mich gab es zu wenig Überraschungsmomente. Vieles war irgendwie vorhersehbar.

Der Thriller war nicht schlecht, aber mir fehlte das gewisse Etwas. Auch wurde ich mit den Hauptcharakteren nicht richtig warm. Alles blieb mir zu unpersönlich, ohne diese gewisse Sympathie, die man oft empfindet, wenn man mit in die Geschichte genommen wird.

Ein gut geschriebenes Buch mit durchschnittlicher Story und recht langweiligen Hauptfiguren.

Von mir daher nur 3 Herzchen.     ♥♥♥♥♥

Rezension – „Marie Marne und das Tor zur Nacht“

Endlich habe ich es wieder einmal geschafft ein Buch zu lesen. Momentan bleibt mir nicht ganz so viel Zeit dafür und ich habe noch so viele tolle Romane im Schrank. Dieses Buch bekam ich als Rezensionsexemplar über die Pia-Mortensen-Agentur. Erschienen ist der Roman beim Osburg Verlag.

Cover-Foto: Osburg Verlag

Cover-Foto: Osburg Verlag

 

Der Autor Christoph Werner war mir bisher unbekannt. Er gilt als sehr klug und fantasievoll, da liegt natürlich ein Fantasy-Roman nahe. Ich hatte mich schon einmal als kein großer Leser dieses Genres geoutet, nach dem Lesen des Klappentextes aber trotzdem entschieden, ins Buch reinzuschnuppern. Das Thema gefiel mir, da ich noch nichts Vergleichbares gelesen habe und ein bisschen Fantasy kann ja nicht schaden.

Bevor ich es aufschlug fiel mir der Umschlag auf. Er fasst sich irgendwie weich und samtig an, sodass ich permanent drüberstreicheln muss ;-). So, nun aber zum Inhalt.

Marie ist ein 13-jähriges Mädchen, dessen Vater ein richtiger Workaholic ist und wenig Zeit für sie hat. Um noch mehr und länger arbeiten zu können, gönnt er sich in regelmäßigen Abständen eine Extradosis „Wachzeit“. Diese bekommt er bei der Firma „All Day Industries“, kurz ADI. Gegen gute Bezahlung wird dem Kunden eine Schlafbrille aufgesetzt und er fällt in einen 1-stündigen Traum. Anschließend bleibt der Kunde mehrere Tage hintereinander wach, je nach dem wie hoch sein ADI-Wert ist. Dieser wird vorab berechnet und schwankt zwischen 3 Tagen und mehreren Wochen.

Mal wieder wartend auf ihren Vater misst ein Lehrling des Unternehmens eher aus Langeweile Marie`s ADI-Wert und stellt eine Zahl fest, die es in dieser Höhe so noch nie gab. Damit beginnt für Marie ein Abenteuer, auf das sie nicht vorbereitet war. Sie wird plötzlich krank, wird gejagt und lernt den undurchsichtigen Firmenmitarbeiter Mr. Phisto kennen.

Tja, was soll ich sagen? Zwischendrin habe ich versucht, den Roman einer Sparte zuzuordnen. Das ist aber gar nicht so einfach. Am ehesten würde ich ihn als Jugendroman bezeichnen. Ich denke bei den Teens kommt er super an. Aus Sicht einer Erwachsenen gesprochen ist mir der Roman leider nicht spannend genug. Das Thema ist klasse, der Schreibstil gefällt mir auch gut. Hingegen sind mir manche Handlungsweisen einfach zu wirr und meiner Meinung nach nicht wirklich das Tun eines realen Menschen. Auch für eine 13-jährige hinterfragt mir Marie zu wenig, tut Dinge fraglos.

Bei der Sternchenvergabe lege ich mich auf 3 von 5 Sternen fest. ♥♥♥♥♥

Rezension – Unsterblich ist der Tod

Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr so gefesselt wie „Unsterblich ist der Tod“ von Morten Lund. Dabei arbeitet Lund eigentlich als Journalist und Redakteur. Bücher schreibt er nur „nebenbei“. Die Hintergrundgeschichte über Krieg, Hitler und Nazideutschland ist eigentlich nicht der Stoff, den ich mir freiwillig als Lektüre aussuche. Daher ging ich sehr skeptisch ans Lesen und hoffte, es würde nicht zu politisch werden. Das Buch überraschte mich dermaßen, dass ich ab sofort großer Fan von Lund bin und demnächst weitere Krimis von ihm lesen möchte.

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Das Cover sagt prinzipiell nichts aus, was mit der Geschichte zu tun hat. Man kann sich vorab kein Bild von dem machen, was kommt. Der Klappentext umreißt die Story, wirft Fragen auf und macht Lust auf mehr.

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