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Helix – Sie werden uns ersetzen (Hoffentlich nicht) ;-)

 

HELIX - Sie werden uns ersetzen - Elsberg, Marc

 

„Helix – Sie werden uns ersetzen“ ist ein Science-Fiction-Thriller um Genmanipulationen, Experimente und Verschwörungstheorien. Verschiedene Handlungen führen irgendwann zusammen und ergeben ein Gesamtbild.

In Tansania ereignen sich merkwürdige Dinge. In einem kleinen Teil des Landes scheint der Mais kein Wasser zu benötigen. Er wächst enorm schnell, trotz Dürre. Selbst Schädlinge können ihm nichts anhaben. Was macht Najuma anders als die restlichen Bauern? Das Unternehmen Arab Agric will dem „Wunder“ auf den Grund gehen und nimmt Bodenproben vom Feld.

Auch in Brasilien tauchen Maispflanzen auf, die viel größer und robuster zu sein scheinen, als alle anderen Pflanzen. Tests ergeben eine gezielte Genmanipulation. Doch wer hat die Pflanzen manipuliert?

Die 2. Handlung führt den Leser nach Europa. Zeitlich findet dieses Ereignis parallel zum Maiswunder statt, inhaltlich klaffen beide Vorkommnisse weit auseinander.

In München findet gerade eine Sicherheitskonferenz statt, an der auch der Außenminister der USA, Jack Dunbraith, teilnimmt. Plötzlich bricht dieser vor Ort zusammen und stirbt. Ein Sicherheitsteam wird beauftragt, die wahre Todesursache heraus zu finden. Doch was sie entdecken, sprengt jede Vorstellungskraft.

Erneut springt der Autor zur nächsten Handlung. Auch diese lässt den Leser im Glauben, in eine völlig unabhängige Story einzutauchen, die nichts mit dem Ursprungsthema Genmanipulation zu tun hat. Erst nach und nach fügen sich die einzelnen Puzzleteilchen zusammen und man beginnt, Zusammenhänge zu sehen.

Helen und Greg sind glücklich verheiratet. Nur eins fehlt noch zum Perfekten, ein Baby. Bisher scheiterte jeder Versuch und sie haben schon bald keine Hoffnung mehr auf Nachwuchs. Bietet New Garden doch noch eine Chance, Eltern zu werden? Was kann die Kinderwunschklinik möglich machen, was Mutter Natur ihnen verweigerte? Und wollen sie überhaupt an einem inoffiziellen Forschungsprogramm teilnehmen?

Die hochintelligente Jill ist zwar erst 10, geht aber schon auf die UNI. Sie hat sogar einen privaten Leibwächter. Doch so sehr Jim seinen Job auch ernst nimmt, kann er nicht verhindern, dass Jill verschwindet. Nur eine Nachricht bleibt zurück und die ist mehr als verstörend. 

Anfangs sind alle Handlungen separiert dargestellt. Man kann jeder Story gut folgen und alle Informationen einzeln verarbeiten. Später arbeitet der Autor darauf hin, die Geschehnisse zu verknüpfen. Manchmal überschlagen sich die Ereignisse und es wird leicht unübersichtlich. Zur Mitte hin hat man sich aber prima eingelesen und man lässt sich gerne mit Input überfluten.

Schwierig fand ich es, sich an wirklich alle Figuren zu erinnern, denn einige Namen tauchen recht spontan auf, dann wieder stehen andere im Vordergrund. Trotzdem beginnt gerade mit dem Chaos der spannendste Teil des Buches.

Wichtig, vor dem lesen des Thrillers, ist das Interesse an Genetik. Ich fands toll, weil ich mich eh sehr für medizinische Dinge interessiere. Mit einigen Vorkenntnissen ist es nicht schwer, sich in das Thema einzulesen. Für Laien könnte der Anfang etwas langatmig erscheinen. Es geht recht wissenschaftlich zu, was nicht jedermanns Sache ist.

Jessica Roberts verkörpert die typische Heldin. Sie gehört zum Sicherheitsteam und versucht „die Welt“ zu retten. Irgendwie wurde ich mit ihr nicht so warm. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich eine einzelne Person als Retter nie so ganz prickelnd finde.

Hingegen mochte ich Helen und Greg sehr. Sie verkörpern das glückliche Pärchen, das leider keine Kinder bekommen kann. Ein leider sehr reales Thema, was mir oft im privaten Umfeld begegnet.

Leicht irritiert war ich an der Stelle, an der aus einer Linda plötzlich eine Lisa wurde. 😉 Hm, Druckfehler?

Ein empfehlenswertes Buch aus meiner Sicht, daher 5 Herzchen.  ♥♥♥♥♥ 

1. Teil der Trilogie „Das Spiel“ – Opfer – Jeff Menapace

Das Spiel - Opfer

 

Als riesiger Fan von „Funny Games“ war dieser Thriller für mich Pflichtlektüre. Der Klappentext liest sich 1:1 wie der österreichische Film, der zwar in die Rubrik Drama fällt, aber eine Mischung aus Thriller, Horror und Dramatik bietet, die mir teilweise Gänsehaut bescherte.

Immer wieder wird Jeff Manapace mit Richard Laymon verglichen. Da ich bis vor kurzem keines seiner Bücher kannte, halte ich mich da bewusst mit Vergleichen zurück.

Manapace behauptet übrigens, der weltbekannte Horror-Splatter „The Texas Chainsaw Massacre“ sei der größte Film aller Zeiten. Natürlich habe ich ihn auch gesehen, bin aber sehr froh, dass „Das Spiel – Opfer“ in eine absolut andere Richtung geht.

 

Die 4-köpfige Familie Lambert freut sich auf eine erholsame Zeit in einem idyllisch gelegenen  Ferienhaus. Am wunderschönen See wollen sie mal den Alltagsstress vergessen und einfach nur Familie sein.

Auch die beiden Brüder Fannelli  haben Lust auf Spaß und Spiel, nur die Urlaubsvorstellung der beiden deckt sich so gar nicht mit der entspannten Atmosphäre in einer Feriensiedlung. Sie lieben Schmerz, Gewalt und Tod. Das Spiel kann beginnen.

 

Mehr möchte ich gar nicht vom Inhalt preisgeben. Im Prinzip ist das auch schon die Story um Familie Lambert und Co. Klingt nicht überragend, ich weiß, aber das täuscht gewaltig.

Amy, Patrick und ihre 2 Kinder werden vom Autor als makellose Vorzeigefamilie präsentiert. Das Paar ist nach vielen Ehejahren noch immer verliebt ineinander, was manche Leser anscheinend sehr unrealistisch fanden. Warum? Ist es wirklich so absonderlich, auch nach so langer Zeit glücklich miteinander zu sein? Diese Kritik in vielen Rezensionen kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, die unterschwellige Liebesgeschichte hat mich ehrlich berührt. Die beiden waren mir gleich sympathisch und um so mehr fühlte ich später mit ihnen.

Auch die 2 Fannelli-Brüder werden von Manapace genial in Szene gesetzt. Es ist nicht schwer, sie und ihre kranken Spiele zu hassen. Irgendwann erhält man auch die Erklärung dafür, warum sie sind wie sie sind. So ganz zufrieden war ich mit der Fannelli-Story nicht, aber das tat dem Buch keinen Abbruch.

Amy verkörpert die starke Frau, die wie eine Löwin um ihre Familie kämpft. Patrick agiert anfänglich etwas passiv. Manchmal brachte er mich damit schon etwas zur Weißglut. Wie im wahren Leben hatte auch hier die Frau ein besseres Bauchgefühl 😉 und schätzte die kommende Gefahr ziemlich gut ein.

Am meisten mitgenommen haben mich die Szenen, in denen die Brüder auch die 2 Lambert-Kids in ihr mieses Spiel mit einbezogen. Die Angst der Eltern konnte man regelrecht erfühlen. Das waren für mich die beklemmensten Lesemomente.

Der Schreibstil von Manapace gefällt mir sehr gut. Schnörkellos, auf den Punkt gebracht beschreibt er Szenen so, dass man als Leser tatsächlich klare Bilder vor Augen hat.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, daher auch volle 5-Leseherzchen   ♥♥♥♥♥

 

Spannend geht es weiter mit „Mordsommer“ – Rudi Jagusch

Mordsommer

 

Wer gerne Filme wie „Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast“ schaut, wird Jagusch`s Thriller lieben.

Nina Lehmann lebt für ihren Job. Bald wird sie die zukünftige Oberstaatsanwältin und Fleiß und Disziplin sind ihre größten Stärken. Doch ist Nina wirklich ein so toller Mensch? Ist ihre Weste tatsächlich so makellos rein?

 

Jagusch schürt auf jeder Seite die Neugier seiner Leser. Dabei wechselt er ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Stück für Stück erfährt man, was in Nina`s Schulzeit schief lief und warum sie bald die Quittung dafür bekommt.

Ein anonymer Brief reißt Nina aus ihrem schönen Zukunftstraum. Jemand droht ihr, ein altes Geheimnis zu lüften und „läd“ sie in ein kleines Örtchen in der Eifel ein. Sie bangt um ihre Karriere, denn damals, in der Schulzeit, passierte etwas ganz Schreckliches. Niemals darf das Geheimnis ans Licht kommen, das hatte sich ihre Clique geschworen und sich bis heute daran gehalten. Aber wer weiß noch davon? Wer will ihr gerade jetzt schaden? Wenig später fährt Nina zum Treffen. Doch dort beginnt der wahre Alptraum. 

Die Story ist nicht neu. Schon unzählige Male wurde sie verfilmt, mal mehr, mal weniger gut. Trotzdem ist dieser Thriller lesenswert. Der Autor lenkt den Verdacht bewusst auf jede Person, die nur annähernd mit Nina zu tun hat. Vielleicht manchmal to much, aber das Horror-Genre muss ja nicht immer mit Logik bedient werden, denn die geht wirklich ein wenig ab.

Schwierig wird es anfangs, alle Personen auseinander zu halten. Viele Haupt- und Nebenpersonen wechseln sich ab. An manchen Stellen musste ich tatsächlich zurückblättern, weil ich nicht mehr wusste, um wen es sich gerade handelt. Später findet man sich aber gut zurecht.

Sehr gut gemacht finde ich die Passagen, als der Leser den Mörder kennen lernt. Seine Monologe sind bewusst in kursiver Schrift dargestellt, sodass man sofort erkennt, um wen es sich handelt.

Zuerst fand ich die Protagonistin sehr sympathisch. Doch die Sympathien wechseln schnell hin und her. Das scheint von Jagusch genau so beabsichtigt zu sein. Immer, wenn man jemanden anfängt zu mögen, stellt man sich bald darauf auf die Seite einer anderen Person. Verdächtigungen lösen sich schnell in Luft auf, da der Autor ständig neue potentielle Killer in petto hat.

 

4 Herzchen für echte Horror-Fans  ♥♥♥♥

 

Achtung, nichts für schwache Nerven – Der Killer – Richard Laymon

Der Killer

 

Ja, ich gebe es zu. Ich liebe Horrorstorys. Je abgefahrener, desto besser. Manchmal darf es auch ein simpler Splatter sein, wo das Blut nur so spritzt. Nicht immer brauche ich tiefgehenden Lesestoff.

Richard Laymon bedient genau dieses Genre. Heftig, blutig, hart. Aber alles gut verpackt in einer spannenden Story. Ich habe keine Ahnung, ob das Buch je verfilmt wurde, aber Potential dafür hat es auf alle Fälle.

 

Lacy lebt in einer Kleinstadt. Als Journalistin ist sie immer direkt am Geschehen. Meist passiert nicht viel in solch kleinen Orten. Das ändert sich aber schlagartig, als sich merkwürdige Dinge in Oasis zutragen. Getötete Tiere, unheimliche Geräusche, eine Axt …..

Und dann wird ihr schlimmster Alptraum wahr. Ein wahnsinniger Killer treibt sein Unwesen. Der alltägliche Supermarktbesuch wird für Lacy zum Überlebenskampf. Schwer verletzt kann sie fliehen. 

Aber in Sicherheit ist sie noch lange nicht. Was haben die befremdlichen Riten auf sich und wer ist eigentlich Laveda?

 

Auf den Killer gehe ich hier bewusst nicht ein, denn Laymons Darstellung dieser Figur ist …. naja, etwas eigenwillig. Man sollte schon offen für übernatürliche Dinge sein, um die Story zu mögen. Auch ich fand Laymons Idee dazu anfangs nicht ganz so prickelnd, aber es entwickelt sich, versprochen.

Das Ende kam für mich leicht vereinfacht rüber. Da hätte der Autor gerne noch ein paar überraschende Wendungen einbauen können. Ansonsten eine leichte, aber gruselige Lektüre für Horrorfans.

4 von 5 Herzchen von mir.  ♥♥♥♥

Fieber – Louise Voss und Mark Edwards

Fieber

Kathe verliebt sich während eines Aufenthalts in einem Forschungszentrum in den jungen Arzt Stephen. Die Studie zur Bekämpfung eines Erkältungsvirus verläuft völlig unproblematisch, bis ein Unglück geschieht.

Im Gebäude bricht plötzlich ein Feuer aus. Kathe entkommt nur knapp, für Stephen kommt jede Hilfe zu spät.

Um das Erlebte zu verarbeiten, verläßt Kathe das Land und geht nach Amerika. Sie möchte dort in der Forschung arbeiten und sich ein neues Leben aufbauen.

Erst 20 Jahre später kehrt sie wieder nach England zurück. Inzwischen hat sie einen Sohn und flieht aus einer ganz anderen Hölle, der Ehe.

Doch auch hier kommt sie nicht zur Ruhe. Die Vergangenheit holt sie erneut ein. Sie trifft einen Unbekannten, der Stephen sehr ähnlich sieht. Wer ist dieser Mann? Und was will er von ihr?

 

Wer dieser Unbekannte ist, wird natürlich nicht verraten. Nur so viel, sie tut sich mit ihm zusammen und versucht heraus zu bekommen, was damals wirklich passierte. Beide begeben sich in gefährliche Situationen, da sie auf geheime Experimente und skrupellose Wissenschaftler stoßen.

Ein bisschen von „Outbreak“ hat die Story schon, trotzdem ist das Buch teilweise spannend geschrieben. Es liest sich sehr gut, ist verständlich und bemüht realistisch verfasst.

Leider habe ich schon recht viele Bücher gelesen, die in Richtung Forschungskriminalität gingen. Daher flashte mich die Handlung nicht richtig. Für mich gab es zu wenig Überraschungsmomente. Vieles war irgendwie vorhersehbar.

Der Thriller war nicht schlecht, aber mir fehlte das gewisse Etwas. Auch wurde ich mit den Hauptcharakteren nicht richtig warm. Alles blieb mir zu unpersönlich, ohne diese gewisse Sympathie, die man oft empfindet, wenn man mit in die Geschichte genommen wird.

Ein gut geschriebenes Buch mit durchschnittlicher Story und recht langweiligen Hauptfiguren.

Von mir daher nur 3 Herzchen.     ♥♥♥♥♥