Webmaster Friday – Gemeinsam bloggen

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Nachdem ich überall den Begriff Webmaster Friday gelesen habe und nie etwas damit anfangen konnte, musste ich mich heute endlich mal schlau machen. Jede Woche wird auf der Seite ein Thema bekannt gegeben, worüber jeder Blogger, der Lust hat, einen Beitrag schreiben kann. In dieser Woche lautet das Thema „Was sind die drei bewegendsten Bücher in deinem Leben?“. Das ist natürlich genau mein Ding und deshalb mache ich heute zum ersten Mal mit.

Als ich damals meine Lehre begann, musste ich immer halbjährlich in eine andere Stadt fahren, da der theoretische Unterricht für Wirtschaftskaufleute im medizinischen Bereich in einer Berufsschule in Waren an der Müritz stattfand. Dort wohnte ich von Montag bis Freitag in einem fast reinen Mädcheninternat, was doppelt furchtbar war. Das „Dorf“ war für ein Berliner Stadtkind die Hölle und die strengen Regeln im Internat nervten mich ohne Ende. Im Ort gab es 1 „Diskothek“, die nur Mittwochs geöffnet hatte, 1 Bahnhofsrestaurant und 1 Milchbar. Klingt befremdlich oder? War es auch. Ich hatte ständig Heimweh und drückte mich so oft es ging, dort hin zu müssen. Genau in dieser Zeit bekam ich ein Buch geschenkt.
„Abigel“ von Magda Szabó. Angelehnt an den Film „Mädchen in Uniform“ mit Romy Schneider handelt das Buch von einem Mädcheninternat während des Krieges. Das Thema passte wie die Faust aufs Auge. Den Film hatte ich schon Jahre davor gesehen und fand ihn auch beim 5. Mal immer noch spannend und bewegend. Ich habe dieses Buch wirklich geliebt. Eine damalige Zimmernachbarin lieh sich das Buch von mir aus, weil ich so davon schwärmte. Nur leider sah ich es nie wieder. Irgendwann war die Internatszeit vorbei und wir beide hatten keinen Kontakt mehr zueinander. Das Buch war auf nimmer Wiedersehen verschwunden. Inzwischen fast 30 Jahre her trauer ich immer noch diesem Buch hinterher. Bei jedem Anbieter ist es vergriffen. Ich versuche schon seit Jahren es zu erwerben, immernoch erfolglos. Also falls jemand von Euch dieses Buch besitzt und los werden möchte, ich nehme es mit Kusshand.

„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist Buch Nummer 2, welches mich sehr berührte. Als DDR-Kind eher behütet aufgewachsen kam ich nur bedingt mit Drogen in Berührung. Schlimme Schicksale von Freunden, wie bei Christiane F., blieben mir zum Glück erspart. In dieser Hinsicht war ich wohl nicht neugierig genug. Natürlich wusste ich, was ein Joint ist und konnte schon erkennen, wenn Diskobekanntschaften mal wieder „einen durchzogen“, aber ich war viel zu ängstlich, um in so was reinzurutschen. Entsprechend geschockt war ich, als ich das Buch las. Da es nun auch um eine wahre Begebenheit ging, wirkte beim Lesen alles besonders real und hat mich emotional sehr bewegt. Heute noch, wenn ich über den Ku`damm gehe und am Bahnhof Zoo vorbei schlendere, fällt mir die Geschichte der Christiane F. ein und manchmal frage ich mich, was sie gerade macht.

Buch Nummer 3 ist ein Kinderbuch. „Abendmärchen“ heißt es und wurde geschrieben von Juhan Saar, einem russischen Autor. Es ist ein recht dünnes Buch mit 14 kurzen Einschlafgeschichten. Mit diesem Buch verbinde ich Geborgenheit, Sicherheit, meine Eltern, wie sich mich ins Bett brachten und eine wunderschöne Kindheit. Da ich früher sehr ängstlich war, musste meine Mama immer meine Tür offen und das Flurlicht an lassen. Jeden Abend las sie mir etwas vor oder dachte sich Geschichten aus. Meine Lieblingsgeschichte aus dem Buch war „Der Taschenlöwe“, denn dort geht es um einen ängstlichen Jungen. Ich habe mich wohl schnell mit ihm identifiziert, denn ich wollte die Geschichte am liebsten jeden Abend hören. Immer, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, denke ich auch an das „Abendmärchen“.

 

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