Berlin – Stadtgeflüster

In einer Großstadt erlebt man täglich die komischsten Dinge. Alltägliche Situationen, die mich manchmal Schmunzeln lassen, manchmal zur Verzweiflung bringen. Ich liebe den Trubel um mich herum, den Straßenlärm, schreiende Kinder, gestresste Leute. Aber ab und zu hätte ich schon Lust auf ein paar Minuten Stille. Wunschdenken, ich weiß. Also versuche ich mir die miese Laune vieler Menschen schönzureden und nehme es mit Humor. So lässt es sich besser leben.
Die Rubrik Stadtgeflüster erzählt ganz alltägliche Geschichten, die jeder von uns schon mal erlebt und sich darüber geärgert hat. Vielleicht hilft es ja dabei, auch hin und wieder mal über ein Problemchen hinweg zu sehen.
Noch am Anfang meines Bloggerdaseins schrieb ich über das wundersame Einkaufsverhalten im Supermarkt. Da vielleicht nur Wenige den Post gelesen habe, wird er der heutige Einstiegsartikel. Vielleicht erkennt sich ja der ein oder andere wieder ;-).

Alles Zufall oder? Mythos Einkaufswagen
Erlebt, irgendwo in Berlin.
Empfinde nur ich das so, bilde ich mir das nur ein, ist alles nur Zufall?
Ich gehe gerne shoppen, wer nicht. Oder bin ich nur eine von ganz wenigen Menschen, die noch Spaß am Einkaufen haben?
Manchmal kommt es mir vor, als ob die Menschen nur einen Discounter betreten, um nicht zu verhungern. Sie gehen in eine Boutique, um nicht zu erfrieren. Und der Friseur ist nur noch ein Platz, um kostenlosen Kaffee zu trinken und Zeitschriften zu lesen.
Böse? Nein, ich gehe nur mit offenen Augen durch die überfüllte Stadt und versuche, mich von Geschäft zu Geschäft zu hangeln, um nicht über den Haufen gerannt zu werden.
Endlich einen Laden gefunden schnappe ich mir einen Einkaufswagen und werde schon nach 5 m gestoppt. Mitten im Gang baut sich gerade eine Frau mittleren Alters vor dem Käseregal auf, ihren Wagen quer stehend geparkt, falls jemand auf die Idee kommen sollte, auch etwas zu brauchen. Gibts nicht, nicht jetzt. Warum auch darüber nachdenken? Ich BIN und ich BLEIBE. Langsam angepirscht hoffe ich darauf, dass sie meine Nähe bemerkt. Fehlanzeige. Hintern raus, weiter den Kopf im Regal steckend hält sie Ausschau nach Restbeständen, die ja morgen bestimmt nicht mehr da sind.
Weit umkurvt dränge ich mich zum nächsten Gang vor. Na prima, 1 Person an der Fleischtheke, das kann dauern. Also schnell noch Brot eingepackt und dann angestellt.

Ich wusste es vorher. 10 Leute wären nicht das Problem, aber 1 Person heißt, es wird erst einmal ein Pläuschchen gehalten. Über alte Zeiten, neue Preise und alte und neue Nachbarn. Na gut, nun kann es ja nicht mehr lange dauern.
Ups, kenn ich den? Nö. Und warum fährt der mir gerade zum dritten Mal in die Hacken? Ich drehe mich um, erwarte ein “Entschuldigung” oder so. Na da warte ich wohl vergebens. OK, dann eben ein Stück nach vorne gerutscht. Tja, Mann rutscht auch und mir in die Hacken. “Könnten sie bitte ihren Wagen aus meinem Hintern nehmen? Wäre echt nett.” “Oh, tut mir leid.” Na bitte, geht doch. Weiter gehts durch die Gänge.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass alle, die nach mir den Laden betraten, auch schon wieder draussen sind. Bummel ich wirklich so lange oder rennen hier nur noch Kugelblitze rum, die ihre Ware vorher schon von einem Nachbarn haben zusammenpacken lassen, um sie nur noch an der Kasse bezahlen zu müssen?
Komische Welt. Was treibt die Menschen nur so? Was würde eigentlich passieren, wenn sie erst 3 Minuten später aus dem Laden kämen? Schätze, der Plan ihres Lebens wäre so durcheinander, dass sie wieder vollständig beginnen müssten, sich zu organisieren.
Nun ja, fertig. Hab mich entspannt auf alle Produkte eingelassen und kann jetzt eigentlich auch mal bezahlen gehen. Also ran an eine der höchstens 3 offenen Kassen. Auch so ein Phänomen. Warum stellt man sich grundsätzlich an die Kasse an, bei der es zum Schluss am langsamsten geht? Warum ist an meiner Kasse immer der Bon am Ende, wenn ich dran bin?
Murphys Gesetz schätze ich.
Endlich, Ware aufs Band, Tüte geschnappt und … nicht schooon wieder. “Entschuldigung.” Ja ich weiß, sie haben mich nicht gesehen, weil sie sonst nie von Menschen umgeben sind, wenn sie im Discounter sind. Schon klar.
Puh, langsam wirds mir hier drin zu heiss. Nun mach schon, 4,95 Euro können doch nicht so schwer zu finden sein im Portmonee. Ach ja, da war ja noch was. Der Kaffeeklatsch. Ich glaubs ja nicht. Ich will doch einfach nur raus hier.
Und wieder das altbekannte Gefühl, meinen Hintern nicht für mich alleine zu haben, schnell noch einen Stoß des geliebten Einkaufswagens hinter mir mitzunehmen, bin ich endlich an der Reihe. Oh wie schön meine Sachen über das Laufband gleiten. So friedvoll, ohne Hektik. Jetzt ab in die Tüte und nichts wie weg.
Nö, eher nicht. Würd ja gerne, aber kann nicht. Mein “Packplatz” wird gerade von einer älteren Dame besetzt, die eigentlich erst nach mir an der Reihe wäre. Aber ist ja nicht wichtig. Warum warten, wenn man auch schubsen kann. “Halloooo, hier ist mein Tanzbereich, hier ist ihrer.” Häh??? Ach, auch nicht wichtig. Bezahlen, böse gucken und w wie weg hier.

 

 

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