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Watch – Rezension Thriller

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Ich freue mich immer, wenn ich ein glückliches Händchen bewiesen habe und von dem neuem Lesefutter begeistert bin. Manchmal versprechen Leseprobe und Klappentext spannende Momente, die dann leider doch recht schnell abflachen. Oft liest sich ein Buch tatsächlich so super und hält auf jeden Fall, was es versprochen hat. „Watch“ passt in keine dieser Kategorien, es übertrifft komplett meine Erwartungen. Der Klappentext klingt zwar spannend, wird aber nicht ansatzweise der rasanten, abwechslungsreichen und phantastisch geschriebenen Story gerecht.

Es laufen viele verschiedene Ereignisse parallel, die Orte wechseln, neue Personen tauchen auf. Dennoch wirkt alles geordnet, nichts wirr, Spannungsbögen werden gezogen, ohne, dass sie abflachen. Es gibt keinen Stillstand, man steht als Leser ständig unter Strom und wird wie in einem Strudel mitgezogen.

Das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe!

Christina Sieger, 30 Jahre alt, arbeitet als „Blaulichtreporterin“ in Köln, jagt jedem noch so kleinem Polizeieinsatz hinterher, um daraus eine reißende Story zu machen. Aber so richtig glücklich macht sie der Job nicht. Als auch noch ihr geliebter Vater stirbt, scheint eh alles andere fad und sinnlos zu sein. Er war ihr Halt, ihr Ein und Alles.

Während sie versucht, erst einmal alles zu verdrängen und einfach weiter zu machen, wird sie von einer fremden Frau verfolgt, die ihr ein lukratives Jobangebot unterbreitet. Ein paar Wochen in London leben, ein schickes Appartement bewohnen, shoppen für lau und einfach das Leben genießen. Die Bezahlung liegt im fünfstelligen Bereich. Nur ihr altes Leben muss sie für diese Zeit auf Eis legen.

Für Christina (Tina) klingt das wie ein 6er im Lotto. Die Erholung könnte sie gerade gut gebrauchen. Aber sie zögert. Wo ist der Haken?

Im Prinzip steht die Person Tina im Mittelpunkt des Thrillers. Soviel kann man auch dem Klappentext entnehmen. Sie ist aber nur ein Glied in der langen Geschehnis-Kette. Ihr neues Jobangebot ist unweigerlich verknüpft mit Mitgliedern eines Berliner Clans, mit der Arbeit von Europol, mit Flucht, Verrat, Liebe, Gefahr und einem Menschen, der seit ihrer Kindheit einen großen Platz in ihrem Herzen hatte. Ja, hatte. Denn Tina hat großen Mist gebaut. Seitdem klafft an diesem Platz ein großes, schwarzes Loch.

Der Autor Michael Meisheit schildert in diesem Buch, welche Folgen eine totale, lückenfreie Kameraüberwachung haben könnte. Absolut verständlich und gar nicht technisch beschreibt er, dass Überwachung Segen und Fluch zugleich sein kann.

Was ich persönlich sehr sympathisch fand war, wie er das Thema Clan-Kriminalität anging. Fernsehberichte darüber gibt es ja häufig. Oft leider auch mit vielen Vorurteilen belegt und wenig aufklärend. Meisheit ging sehr behutsam vor. Ohne Straftaten zu beschönigen, ließ er immer wieder Vorurteile mit einfließen und nutzte die Figur des deutsch-arabischen Polizisten als Sprachrohr, um mit ironischen Kommentaren diese zu widerlegen. Die Beschreibung seiner Mimik war so plastisch formuliert, dass ich mir sein Augenrollen richtig gut vorstellen konnte.

Für dieses Buch gibt es von mir 5 von 5 Leseherzchen ♥♥♥♥ und eine klare Leseempfehlung.