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Thriller-Fans aufgepasst – Ich finde Dich – Harlan Coben

***Werbung*** Buchrezension

Ich finde dich

 

Manchmal verliere ich ein wenig den Überblick über meine Bücherregale und so kann es tatsächlich passieren, dass es doch noch Romane gibt, die ich nicht rezensiert habe.

In diesem Fall ärgert mich das ganz besonders, denn „Ich finde Dich“ von Harlan Coben hat es wirklich nicht verdient, vergessen zu werden.

 

Der fesselnde Thriller schickt den Leser auf den ersten Seiten auf eine romantische Reise der Gefühle. Jake Fischer, College-Professor, nebenberuflich `Everybodys Darling`, ist bis über beide Ohren in Natalie verliebt. Sie verbringen wundervolle Monate miteinander. Doch von heute auf morgen wendet sich das Blatt. Natalie verlässt Jake und heiratet kurz darauf einen anderen.

Völlig geschockt will Jake Natalie noch einmal zur Rede stellen und fährt zu ihrer Hochzeitsfeier. Doch Natalie verhält sich eigenartig und drängt Jake, ihr zu versprechen, dass er sie nie wieder kontaktiert und auf keinen Fall nach ihr suchen darf.

Irgendwie versucht Jake das Vergangene zu verarbeiten und führt sein Leben fort. 6 Jahre vergehen, bis er über eine Todesanzeige stolpert. Der neue Mann von Natalie ist tod.

 

Ich möchte ungerne mehr verraten, lieber die Neugier wecken. Und neugierig könnt Ihr wirklich sein, denn es passieren viele spannende Dinge. Coben schreibt leicht und locker, zieht den Leser geschickt mit in die Geschichte, indem er Jake in der Ich-Form erzählen lässt. Seine Romanfigur stellt ganz nebenbei kleine Fragen in Richtung Leser. So hat man wirklich das Gefühl, mit ihm persönlich zu kommunizieren.

Der Spannungsbogen wird langsam aufgebaut, nimmt dann immer wieder Fahrt auf und erreicht erst ganz zum Schluss seine endgültige Auflösung. Zwischendrin läßt der Autor den Leser im Glauben, genau zu wissen, was weiter passiert, belehrt ihn aber schnell eines Besseren.

Das ewige Rätsel um Natalies Verbleib bildet die Hauptstory im Buch. Die Geschichte wirkt recht real, der Hauptcharakter total sympathisch. Ein bisschen weniger Hero hätte den Thriller noch besser gemacht, aber das ist meckern auf hohem Niveau. Und ganz ehrlich, James Bond hat auch nicht wirklich viel mit der Wirklichkeit zu tun, aber schauen tun wir die Filme trotzdem. ;-)

Von mir gibt es 5 Leseherzchen.     ♥♥♥♥♥

 

Cover: Nutzung genehmigt von Page & Turner Verlag

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„Überleben in Italien ….“ – Kulturguide mal anders

***Werbung*** Buchrezension

Creative Look-Überleben in Italien-Kulturguide

 

Irgendwann, so der Plan, wollen wir unseren Urlaub in Italien verbringen. Als großer Juve-Fan möchte ich so gerne mal ein Fußballspiel „meiner“ Mannschaft live erleben und das Gänsehaut-Feeling genießen, mitten drin zu sein.

In einer Mußestunde begab ich mich online auf die Suche nach einem Reiseführer. Kulturguides gibt es wie Sand am Meer, aber danach stand mir nicht der Sinn. Auf keinen Fall möchte ich meine Zeit in Touristenhochburgen verbringen. Mich interessieren kleine geheime Ecken, mit unberührter Natur, echtem Italien-Flair, mediterran eben.

Ich stieß auf eine Lektüre von Beppe Severgnini, einen Italien-Führer zum Schmunzeln. Der Klappentext überzeugte mich und jetzt, nach Buchende, bin ich froh, mich für „Überleben in Italien … ohne verheiratet, überfahren oder verhaftet zu werden“ entschieden zu haben.

Severgnini vermittelt den Lesern Eindrücke aus Sicht eines Italieners. Gängige Klischees werden bewusst außen vor gelassen. Er betont aber auch, dass sich das Land durch seine Gegensätzlichkeiten auszeichnet. Als Auslandskorrespondent kauft man ihm diese Sichtweise problemlos ab. Das italienische Urgestein ist tief verwurzelt mit seiner Heimat. Viele Auslandsaufenthalte machen es ihm aber möglich, die andere Seite der Medaille zu betrachten.

10 Tage lang nimmt der Autor seine Leser mit auf eine wundervolle Reise quer durch Bella Italia. Zu seinen Zwischenstationen zählen Restaurants, Strände, Hotels, aber auch Orte, die zum täglichen Leben gehören, wie Büros.

Ein echter Reiseführer ist dieses Buch natürlich nicht. Touristen werden damit keine echten Sehenswürdigkeiten kennen lernen oder etwas über Hotelbewertungen erfahren. Hier geht es darum, eine Lebenseinstellung anhand lustiger Anekdoten zu vermitteln und aus einem meist unspektakulären Reiseguide einen kulturbezogenen Roman zu schaffen.

5 Reiseherzchen von mir ♥♥♥♥♥

 

Cover: Nutzung genehmigt von Heyne

Kreativ entspannen – Das Malbuch für Erwachsene

***Werbung*** Buchrezension

Creative Look-Malbuch Erwachsene Kreativ entspannen

 

Ich weiß nicht, wie es bei Euch so war, aber ich habe es geliebt, als Kind Bilder auszumalen. Stundenlang konnte ich mich damit still beschäftigen. Auch heute noch greife ich manchmal zu Papier und Buntstiften und kritzel vor mich hin. Anscheinend bin ich nicht die Einzige, die sich diese Leidenschaft erhalten hat, denn in letzter Zeit sehe ich immer mehr Malbücher für Erwachsene in den Regalen liegen. Anfangs dachte ich, diese Bücher werden wohl Ladenhüter bleiben. In der heute so lauten und stressigen Welt kann doch niemand Zeit finden, um Bilder auszumalen oder?

Tja, falsch gedacht. Auf Nachfrage hin, wo denn die ganzen bunten Seiten geblieben sind, entgegnete mir eines Tages die Verkäuferin: „Wir hatten so viele. Aber die Leute kaufen die gerade wie verrückt.“ Aha, also doch keine Ladenhüter.

Deshalb möchte ich Euch heute ein solches tolles Malbuch vorstellen. „Kreativ entspannen“ erschien im Knesebeck Verlag und entsprang der Feder von Hannah Davies und Richard Merritt. Auf 128 Seiten sind wunderschöne, ganz unterschiedliche Motive zu finden, die mal mehr, mal weniger Geduld erfordern.

Creative Look-Malbuch Erwachsene Kreativ entspannen

 

Mein Lieblingsmotiv ist die Eule. Sie beinhaltet gleich mehrere Muster, Mandalas, fließende Linien, Wirbel, Freiflächen etc. Aber auch Seiten für eigene kreative Ideen gibt es im Buch. Diese kann man nach Lust und Laune gestalten oder Gedanken niederschreiben. Durch den festen Einband ist das Malbuch gut geschützt und es kann, vorausgesetzt man besitzt eine große Tasche, überall hin mitgenommen werden, ohne dass es Knicke bekommt. Größe 21 x 29,7 cm. Wer es etwas handlicher mag, sollte das Notizbuch von „Kreativ entspannen“ kaufen. Das passt dann in jede Handtasche, enthält aber genau so viele tolle Motive wie das große Buch.

Ich hatte das Malbuch bei einem Arzttermin dabei. Da man ja trotz Termin immer ein wenig warten muss, vertrieb ich mir die Zeit mit Malen. Ein bisschen komisch guckten mich die Leute schon an, als ich meine Stifte auspackte, aber gesagt hat keiner was. ;-) Meistens schlage ich das Buch zu Hause auf. Zwischen zwei Unterrichtsstunden hat es sich beispielsweise bewährt, um noch ein wenig abzuschalten, bevor die nächsten Kinder in meinen Kurs kommen. An extremen Stresstagen habe ich mir angewöhnt, wenigstens 10 Minuten im Buch zu kritzeln. Meist komme ich dann sehr schnell zur Ruhe, da ich mich prima auf das Malen konzentrieren kann und so automatisch den Stress für eine Weile verdränge.

Für mich ist das Malen ein wunderbarer Ausgleich zum aufregenden Alltag geworden. Nachdem ich zu Yoga und anderen Entspannungsübungen keinen Zugang fand, denke ich, das momentan Richtige entdeckt zu haben. Das Lesen von Büchern wird zwar weiter mein größtes Hobby bleiben, aber zwischendurch wird der Lesestoff durch Buntstifte ersetzt.

Absolut empfehlenswert, daher 5 Herzchen von mir. ♥♥♥♥♥

 

Cover: Nutzung genehmigt von Knesebeck Verlag

Fotos: Daniela Lungwitz-Mohamad

Skalpelltanz von Jenny Milewski

Cover: Heyne Verlag

Cover: Heyne Verlag

Das Erste, das meine Buchauswahl beeinflusste, war das Cover. Dieser schneeweiße Hintergrund erinnerte mich sofort an die Bücher von Lisa Jackson. Auch sie gab eine Reihe heraus, wo die Cover nur mit den Farben Rot und Weiß gespickt waren. Mir gefiel das optisch sehr gut.

Natürlich war „Skalpelltanz“ für mich als Thriller-Fan ein Muss. Auch, wenn ich das Buch erst einmal eine ganze Weile vor mich hin schob, da ich vorher schon 2 Krimis mit ähnlicher Thematik gelesen habe und zwischendurch ein wenig Abwechslung brauchte.

Etwas skeptisch hingegen war ich bei der Bezeichnung Schweden-Krimi. Im TV mag ich skandinavische Filme inzwischen sehr gerne, ihren Büchern begegne ich mit gemischten Gefühlen. Ich tue mich meist schwer mit den Namen und bin oft verwirrt, da ich mal wieder nicht weiß, wer denn nun schon wieder dieser XY ist. Manchmal muss ich tatsächlich zurückblättern und das nervt dann etwas. Bei „Skalpelltanz“ gab es dieses Problem nicht. Mit englisch klingenden oder leicht zu merkenden skandinavischen Namen machte mir Jenny Milewski das Lesen sehr leicht.

 

Jonas Lerman ist Schriftsteller. Nicht einer von vielen, sondern jemand, der DEN Skalpellmörder schlechthin erfunden hat, Carl Cederfeldt, den Chirurgen. Als Serienmörder schleicht er durchs Land und richtet reihenweise junge Mädchen auf grauenvolle Weise hin. Sie werden von ihm geschickt in eine Falle gelockt und bei lebendigem Leibe seziert.

Trotzdem Lerman mit seinen Bücher enorm viel verdient, beschließt er, kein weiteres Buch über Cederfeldt zu schreiben. Er hat genug von so viel Gewalt und Perversion, die seiner eigenen Feder entstammte. Doch, war das die richtige Entscheidung?

Kann eine Romanfigur zum Leben erwachen? Diese Frage muss sich Lerman eines Tages stellen, nachdem plötzlich in seinem realen Umfeld bestialische Morde geschehen, die sich mit seinen fiktiven Geschichten bis aufs Haar gleichen. Wen wundert es, dass ihn die Polizei recht schnell ins Visier nimmt und jeder Verdacht auf ihn abzielt?

Lerman ist angewidert von den Morden, der Gewalt und irgendwann auch von seinen treuen Lesern. Sie scheint das alles nur noch gieriger nach neuen Geschichten ihres „Helden“ Cederfeldt zu machen.

 

Bei so viel Brutalität werden wahrscheinlich einige potentielle Leser aussteigen und den Thriller dann doch lieber dem „harten Kern“ überlassen. Man muss schon eingestehen, dass die detaillierte Beschreibung der einzelnen Morde schon ins Übertriebene und Realitätsferne gehen. Weniger ist manchmal mehr! Trotzdem gefiel mir die Story gut. Mir fiel anfangs gleich das Buch/der Film „Misery“ ein, mein absoluter Favorit, wenn es um Stephen King geht. Auch da will der Autor keine weitere Folge mehr seiner Hauptfigur verfassen und gerät dabei an einen irren Fan. Nur „Misery“ spielt fast ausschließlich in einem Haus und kommt ohne so viel Blut, dennoch mit überirdischer Spannung daher.

„Skalpelltanz“ bietet anfangs ebenfalls Spannung. Die ersten Seiten, auf denen hauptsächlich das Leben von Lerman beschrieben wird, langweilten mich auch nicht. Für mich ein gelungener Einstieg. Ein wenig enttäuscht war ich vom letzten Drittel des Romans. Hier driftete Milewski zu sehr ins Unwirkliche. Die Taten wirkten selbst auf mich extrem übertrieben und somit nicht ganz so ernst zu nehmen. Lerman empfand ich als sehr sympatische Figur. Zuerst wirkte er sehr abgeklärt und oberflächlich, später dann menschlich und verletzlich.

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Ich stolperte mal nicht über unaussprechliche Namen, alles las sich flüssig und wurde ausführlich beschrieben. Nicht ganz so interessant fand ich die doch recht langen Ausschmückungen zu verschiedenen Orten. Aber das ist Geschmackssache.

Abschließend kann ich ruhigen Gewissens behaupten, das „Skalpelltanz“ ein spannender Thriller mit interessantem Thema ist und 3,5 Leseherzchen verdient hat.

♥♥♥ 1/2 ♥♥

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Ragazza motorizzata: Auf einer halben Vespa um ganz Italien – Reisebericht

Heute möchte ich Euch noch ein tolles Sommerbuch ans Herz legen. Eigentlich ist es ein Reisebericht, aber super süß geschrieben.

„Ragazza motorizzata: Auf einer halben Vespa um ganz Italien“ von Nati Rasch ist nicht nur ein toller Lesestoff für Italien-Fans. Dank des locker-fluffigen Schreibstils mit einem Schuss Humor, Ironie und Freiheitsdrang gelingt es Nati eine wundervolle Sommergeschichte an die Frau zu bringen, die man so eigentlich gar nicht als „Bericht“ bezeichnen kann.

 

Nati ist Studentin, vergeben und eine glückliche junge Musikerin. Aufgewachsen in der ehemaligen DDR, in einem ganz kleinen Dörfchen, lernte sie schon mit 10 Jahren Motorroller fahren, um ihren Vater bei der Arbeit als Förster zu unterstützen. Von da an entflammte eine nie endende Liebe zwischen ihr und allen Zweirädern.
Irgendwann nimmt sie sich eine Auszeit, packt nur ein Minimum an Gepäck zusammen und bringt ihre Mimi, eine rote Vesper, zurück an den Ort ihrer „Zweiradgeburt“, nach Italien.
8800 Km legen die Beiden zurück, bereisen etliche kleine und größere Städte, kämpfen sich durch das italienische Verkehrschaos. Nati lernt die wunderschönen Landschaften zu lieben und das abgepackte Hostelfrühstück zu meiden.
14 Tage dolce vita, das Nichtstun, sich einfach treiben lassen, das bedeutet wirklich Freiheit.

 

Nati war mir auf Anhieb sympatisch. Jung, dynamisch und schlagfertig. Sie nahm mich förmlich mit auf eine unsichtbare Reise. In der Phantasie sieht man sich schon bald in einem kleinen Straßencafe sitzen, einen Cappucchino in der einen, ein Buch in der anderen Hand.

Ich mag Reiseberichte sehr gerne, aber sie sollten nicht zu sachlich sein. Das ist Natis Taschenbuch nun wirklich nicht, sachlich. Es liest sich mehr wie ein Roman mit einer großen Portion Bella Italia.

Ein großes Dankeschön an Nati Rasch, die mir das Buch in einer Verlosung zur Verfügung gestellt hat.

Von mir definitiv alle 5 Leseherzchen                        ♥♥♥♥♥