1. Teil der Trilogie „Das Spiel“ – Opfer – Jeff Menapace

Das Spiel - Opfer

 

Als riesiger Fan von „Funny Games“ war dieser Thriller für mich Pflichtlektüre. Der Klappentext liest sich 1:1 wie der österreichische Film, der zwar in die Rubrik Drama fällt, aber eine Mischung aus Thriller, Horror und Dramatik bietet, die mir teilweise Gänsehaut bescherte.

Immer wieder wird Jeff Manapace mit Richard Laymon verglichen. Da ich bis vor kurzem keines seiner Bücher kannte, halte ich mich da bewusst mit Vergleichen zurück.

Manapace behauptet übrigens, der weltbekannte Horror-Splatter „The Texas Chainsaw Massacre“ sei der größte Film aller Zeiten. Natürlich habe ich ihn auch gesehen, bin aber sehr froh, dass „Das Spiel – Opfer“ in eine absolut andere Richtung geht.

 

Die 4-köpfige Familie Lambert freut sich auf eine erholsame Zeit in einem idyllisch gelegenen  Ferienhaus. Am wunderschönen See wollen sie mal den Alltagsstress vergessen und einfach nur Familie sein.

Auch die beiden Brüder Fannelli  haben Lust auf Spaß und Spiel, nur die Urlaubsvorstellung der beiden deckt sich so gar nicht mit der entspannten Atmosphäre in einer Feriensiedlung. Sie lieben Schmerz, Gewalt und Tod. Das Spiel kann beginnen.

 

Mehr möchte ich gar nicht vom Inhalt preisgeben. Im Prinzip ist das auch schon die Story um Familie Lambert und Co. Klingt nicht überragend, ich weiß, aber das täuscht gewaltig.

Amy, Patrick und ihre 2 Kinder werden vom Autor als makellose Vorzeigefamilie präsentiert. Das Paar ist nach vielen Ehejahren noch immer verliebt ineinander, was manche Leser anscheinend sehr unrealistisch fanden. Warum? Ist es wirklich so absonderlich, auch nach so langer Zeit glücklich miteinander zu sein? Diese Kritik in vielen Rezensionen kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, die unterschwellige Liebesgeschichte hat mich ehrlich berührt. Die beiden waren mir gleich sympathisch und um so mehr fühlte ich später mit ihnen.

Auch die 2 Fannelli-Brüder werden von Manapace genial in Szene gesetzt. Es ist nicht schwer, sie und ihre kranken Spiele zu hassen. Irgendwann erhält man auch die Erklärung dafür, warum sie sind wie sie sind. So ganz zufrieden war ich mit der Fannelli-Story nicht, aber das tat dem Buch keinen Abbruch.

Amy verkörpert die starke Frau, die wie eine Löwin um ihre Familie kämpft. Patrick agiert anfänglich etwas passiv. Manchmal brachte er mich damit schon etwas zur Weißglut. Wie im wahren Leben hatte auch hier die Frau ein besseres Bauchgefühl 😉 und schätzte die kommende Gefahr ziemlich gut ein.

Am meisten mitgenommen haben mich die Szenen, in denen die Brüder auch die 2 Lambert-Kids in ihr mieses Spiel mit einbezogen. Die Angst der Eltern konnte man regelrecht erfühlen. Das waren für mich die beklemmensten Lesemomente.

Der Schreibstil von Manapace gefällt mir sehr gut. Schnörkellos, auf den Punkt gebracht beschreibt er Szenen so, dass man als Leser tatsächlich klare Bilder vor Augen hat.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, daher auch volle 5-Leseherzchen   ♥♥♥♥♥

 

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