Archiv | Mai 17, 2017

Achtung, nichts für schwache Nerven – Der Killer – Richard Laymon

Der Killer

 

Ja, ich gebe es zu. Ich liebe Horrorstorys. Je abgefahrener, desto besser. Manchmal darf es auch ein simpler Splatter sein, wo das Blut nur so spritzt. Nicht immer brauche ich tiefgehenden Lesestoff.

Richard Laymon bedient genau dieses Genre. Heftig, blutig, hart. Aber alles gut verpackt in einer spannenden Story. Ich habe keine Ahnung, ob das Buch je verfilmt wurde, aber Potential dafür hat es auf alle Fälle.

 

Lacy lebt in einer Kleinstadt. Als Journalistin ist sie immer direkt am Geschehen. Meist passiert nicht viel in solch kleinen Orten. Das ändert sich aber schlagartig, als sich merkwürdige Dinge in Oasis zutragen. Getötete Tiere, unheimliche Geräusche, eine Axt …..

Und dann wird ihr schlimmster Alptraum wahr. Ein wahnsinniger Killer treibt sein Unwesen. Der alltägliche Supermarktbesuch wird für Lacy zum Überlebenskampf. Schwer verletzt kann sie fliehen. 

Aber in Sicherheit ist sie noch lange nicht. Was haben die befremdlichen Riten auf sich und wer ist eigentlich Laveda?

 

Auf den Killer gehe ich hier bewusst nicht ein, denn Laymons Darstellung dieser Figur ist …. naja, etwas eigenwillig. Man sollte schon offen für übernatürliche Dinge sein, um die Story zu mögen. Auch ich fand Laymons Idee dazu anfangs nicht ganz so prickelnd, aber es entwickelt sich, versprochen.

Das Ende kam für mich leicht vereinfacht rüber. Da hätte der Autor gerne noch ein paar überraschende Wendungen einbauen können. Ansonsten eine leichte, aber gruselige Lektüre für Horrorfans.

4 von 5 Herzchen von mir.  ♥♥♥♥

Fieber – Louise Voss und Mark Edwards

Fieber

Kathe verliebt sich während eines Aufenthalts in einem Forschungszentrum in den jungen Arzt Stephen. Die Studie zur Bekämpfung eines Erkältungsvirus verläuft völlig unproblematisch, bis ein Unglück geschieht.

Im Gebäude bricht plötzlich ein Feuer aus. Kathe entkommt nur knapp, für Stephen kommt jede Hilfe zu spät.

Um das Erlebte zu verarbeiten, verläßt Kathe das Land und geht nach Amerika. Sie möchte dort in der Forschung arbeiten und sich ein neues Leben aufbauen.

Erst 20 Jahre später kehrt sie wieder nach England zurück. Inzwischen hat sie einen Sohn und flieht aus einer ganz anderen Hölle, der Ehe.

Doch auch hier kommt sie nicht zur Ruhe. Die Vergangenheit holt sie erneut ein. Sie trifft einen Unbekannten, der Stephen sehr ähnlich sieht. Wer ist dieser Mann? Und was will er von ihr?

 

Wer dieser Unbekannte ist, wird natürlich nicht verraten. Nur so viel, sie tut sich mit ihm zusammen und versucht heraus zu bekommen, was damals wirklich passierte. Beide begeben sich in gefährliche Situationen, da sie auf geheime Experimente und skrupellose Wissenschaftler stoßen.

Ein bisschen von „Outbreak“ hat die Story schon, trotzdem ist das Buch teilweise spannend geschrieben. Es liest sich sehr gut, ist verständlich und bemüht realistisch verfasst.

Leider habe ich schon recht viele Bücher gelesen, die in Richtung Forschungskriminalität gingen. Daher flashte mich die Handlung nicht richtig. Für mich gab es zu wenig Überraschungsmomente. Vieles war irgendwie vorhersehbar.

Der Thriller war nicht schlecht, aber mir fehlte das gewisse Etwas. Auch wurde ich mit den Hauptcharakteren nicht richtig warm. Alles blieb mir zu unpersönlich, ohne diese gewisse Sympathie, die man oft empfindet, wenn man mit in die Geschichte genommen wird.

Ein gut geschriebenes Buch mit durchschnittlicher Story und recht langweiligen Hauptfiguren.

Von mir daher nur 3 Herzchen.     ♥♥♥♥♥

Thriller-Fans aufgepasst – Ich finde Dich – Harlan Coben

Ich finde dich

 

Manchmal verliere ich ein wenig den Überblick über meine Bücherregale und so kann es tatsächlich passieren, dass es doch noch Romane gibt, die ich nicht rezensiert habe.

In diesem Fall ärgert mich das ganz besonders, denn „Ich finde Dich“ von Harlan Coben hat es wirklich nicht verdient, vergessen zu werden.

 

Der fesselnde Thriller schickt den Leser auf den ersten Seiten auf eine romantische Reise der Gefühle. Jake Fischer, College-Professor, nebenberuflich `Everybodys Darling`, ist bis über beide Ohren in Natalie verliebt. Sie verbringen wundervolle Monate miteinander. Doch von heute auf morgen wendet sich das Blatt. Natalie verlässt Jake und heiratet kurz darauf einen anderen.

Völlig geschockt will Jake Natalie noch einmal zur Rede stellen und fährt zu ihrer Hochzeitsfeier. Doch Natalie verhält sich eigenartig und drängt Jake, ihr zu versprechen, dass er sie nie wieder kontaktiert und auf keinen Fall nach ihr suchen darf.

Irgendwie versucht Jake das Vergangene zu verarbeiten und führt sein Leben fort. 6 Jahre vergehen, bis er über eine Todesanzeige stolpert. Der neue Mann von Natalie ist tod.

 

Ich möchte ungerne mehr verraten, lieber die Neugier wecken. Und neugierig könnt Ihr wirklich sein, denn es passieren viele spannende Dinge. Coben schreibt leicht und locker, zieht den Leser geschickt mit in die Geschichte, indem er Jake in der Ich-Form erzählen lässt. Seine Romanfigur stellt ganz nebenbei kleine Fragen in Richtung Leser. So hat man wirklich das Gefühl, mit ihm persönlich zu kommunizieren.

Der Spannungsbogen wird langsam aufgebaut, nimmt dann immer wieder Fahrt auf und erreicht erst ganz zum Schluss seine endgültige Auflösung. Zwischendrin läßt der Autor den Leser im Glauben, genau zu wissen, was weiter passiert, belehrt ihn aber schnell eines Besseren.

Das ewige Rätsel um Natalies Verbleib bildet die Hauptstory im Buch. Die Geschichte wirkt recht real, der Hauptcharakter total sympathisch. Ein bisschen weniger Hero hätte den Thriller noch besser gemacht, aber das ist meckern auf hohem Niveau. Und ganz ehrlich, James Bond hat auch nicht wirklich viel mit der Wirklichkeit zu tun, aber schauen tun wir die Filme trotzdem. 😉

Von mir gibt es 5 Leseherzchen.     ♥♥♥♥♥