Was ändert sich noch in 2016/2017 für uns Verbraucher?

Anfang des Jahres traten wie so oft etliche Gesetzesänderungen für Verbraucher und Unternehmer ein. Da viele Beschlüsse an uns vorbei gehen, da sie den Verbraucher vielleicht gerade nicht betreffen, möchte ich einen kurzen, möglichst verständlichen Überblick schaffen, um die wichtigsten Dinge aufzulisten. Einiges wurde schon umgesetzt, anderes betrifft erst die 2. Jahreshälfte bzw. 2017.

 

Porto

Der Standardbrief bis 20 g kostet nun 70 Cent, der Maxibrief bis 1000 g 2,60 Euro. Auch Einschreiben wurden drastisch erhöht und kosten 2,50 Euro.

Telefon/Internet

Innerhalb der EU sollen Auslandstelefonate günstiger werden. Seit gestern gilt bei Anrufen aus dem EU-Ausland nach Deutschland der Inlandstarif plus 5 Cent/Minute Aufschlag, bei SMSen plus 2 Cent/Minute. Auch beim Surfen gehts nun billiger. Ergebnis max. 5 Cent/Megabyte mehr (plus Mwst.). Ab 15. Juni 2017 sollen die Zusatzgebühren ganz wegfallen. Europaweit gilt dann der Heimattarif.

Finanzen

Natürlich, mein Lieblingsthema, IBAN und BIC, die unendlichen Zahlenreihen, die die Verbraucher anfänglich zum Wahnsinn trieben. 😉 Heute noch schicken einige Behörden ihre Überweisungsträger nur mit der Konto-Nr. zu. Entweder sucht man sich die IBAN dann selbstständig aus dem Net oder muss sich erneut mit der Behörde kurzschließen. Ein Hoch aufs Onlinebanking. Hier spielt es nämlich NOCH keine Rolle.
Also kurz um, auch für Privatleute ist eine Überweisung nur noch mit der IBAN möglich. Die BIC benötigt Ihr aber erst, wenn Auslandszahlungen außerhalb der EU getätigt werden müssen.

Eine endlich mal sinnvolle Regelung betrifft das Konto für jedermann (ab 18 Jahren und EU-weit). Ab 1.10.16 ist jede Bank verpflichtet diesem Wunsch nachzukommen. Bisher wurden diverse Gruppen regelrecht aus dem Bankgeschäft ausgeschlossen. Obdachlose, Asylanten etc. durften kein eigenständiges Girokonto eröffnen. Grund war der nicht regelmäßige Geldzufluss. Stand man in der Schufa, wie über 6 Mio. andere Deutsche auch, weigerten sich viele Kreditinstitute, Kontoeröffnungen zu bewilligen. Das hat jetzt endlich ein Ende.

Alle Gerüstbauer aufgepasst. Euer Mindestlohn steigt ab heute auf 10,70 Euro/Std. Im Mai 2017 soll er nochmals auf 11 Euro angehoben werden.

Endlich werden die BAföG-Bedarfssätze angehoben, nämlich um sieben Prozent ab dem Wintersemester 2016/2017. In Zahlen sind das bis max. 537 Euro/Monat, sollte man noch zu Hause wohnen und max. 735 Euro, wenn man eine eigene Wohnung bezieht.

Auch das Kindergeld wurde in diesem Jahr erhöht. 2 Euro/Monat mehr gibt es jetzt pro Kind. Der Kinderzuschlag für Geringverdiener steigt um 20 Euro.

Ab 1. Juli 2016 steigen die Renten um 4,25 % im Westen und 5,95 % im Osten. Wichtig: Der Rentenbeitrag soll bei 18,7 % bleiben!!!

Auch Hartz-4-Empfänger bekommen nun monatlich 5 Euro (Single) bzw. 4 Euro (Bedarfsgemeinschaft) mehr. Auch beim Wohngeld hat sich was getan. 186,- Euro können Geringverdiener im Schnitt zusätzlich erhalten.

Steuern

Selbstständig oder nicht, Steuern beschäftigen uns in jeder Lebenssituation. Auch die jährliche Steuererklärung lässt manchem die Haare zu Berge stehen. Ab August steigt nun der Grundfreibetrag auf 8652 Euro. Als Single fällt also erst die Einkommenssteuer an, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen über 8652 Euro liegt. Bei Paaren verdoppelt sich der Betrag natürlich.
Wer sich damit nicht so gut auskennt, kurz erklärt, was das zu versteuernde Einkommen überhaupt ist. Es geht weder um das Brutto- noch ums Nettogehalt. Berechnet wird wie folgt: Gehalt oder Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit, Rente oder Einnahmen aus Vermietung etc. werden zugrunde gelegt. Das sind die Einnahmen. Davon werden notwendige Ausgaben wie Betriebsausgaben, Werbungskosten, Spenden etc. abgezogen. Was dann unterm Strich übrig bleibt, ist das zu versteuernde Einkommen. Davon darf dann der jeweilige Freibetrag abgezogen werden und nur auf den Rest wird eine Steuer erhoben.

Eine 5-jährige Kfz-Steuer-Befreiung gilt ab sofort für reine Elektrofahrzeuge, zugelassen ab Januar 2016.

Gesundheit

Das leidige Thema Rauchen erhitzt ständig die Gemüter. Jeder kennt die Risiken. Nichtraucher beschweren sich über die Raucher und umgekehrt. Egal welche Fraktion man vertritt, letztlich muss man doch rein objektiv zugeben, dass die Raucher ständig die A….karte haben. Wird irgendwo etwas teurer, werden es auch automatisch auch die Zigaretten. Diesmal, oh Wunder, geht es mal nicht um den finanziellen Aspekt. Ab 21. Mai dürfen keine Schachteln mehr ohne Warnhinweise verkauft werden. Tabak, der spezielle Merkmale aufweist, der Geruch, Geschmack oder Intensität verändert, ist dann verboten.

Künftig wird die Sterbehilfe unter Strafe gestellt. Zuwiderhandlungen können bis zu 3 Jahren Haft einbringen.

Ein Dorn im Auge für viele Patienten sind ohne Frage die langen Wartezeiten auf einen Arzttermin. Künftig darf diese 4 Wochen nicht überschreiten. Was, wenn doch, weiß wohl keiner so genau. 😉

Wohnen

Ein Thema, das bei mir immer gemischte Gefühle hervorruft, sind Ferienwohnungen. In Berlin ist nun ab heute die Vermietung „ganzer“ Ferienwohnungen verboten. Einzelne Zimmer in der eigenen Wohnung sind davon nicht betroffen. Anbieter, die sich nicht daran halten, können mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro rechnen. Einerseits kehrt eventuell wieder ein wenig mehr Ruhe in diesen Häusern ein, andererseits erschwert es Touristen oder aktuell auch Flüchtlingen, adäquaten Wohnraum für eine Übergangszeit zu finden.

Super finde ich persönlich die neue Regelung zur Rauchmelderpflicht. In Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt herrscht jetzt auch Rauchmelderpflicht in älteren Gebäuden. Für Neubauten gilt dies schon in fast allen Bundesländern. Warum Berlin und Brandenburg da eine Ausnahme darstellen, erschließt sich mir irgendwie nicht.

Elektroschrott

Ab Ende Juli 2016 endet die „Galgenfrist“ für Großhändler. Ab da sind große Handelsgeschäfte definitiv verpflichtet, alte Kleingeräte wie Handys, Toaster etc. kostenlos und ohne Bon zurückzunehmen.

Mein Lieblingsgesetz ist das Bürokratieentlastungsgesetz. Juhu, endlich weniger Papierkram in Deuschland!!! Naja, ganz so ist es leider nicht. Es betrifft wirklich nur einige kleine Bereiche, die für nicht selbstständige Menschen eigentlich nicht spürbar sind. Aber ich fand das Wort so wahnsinnig schön, dass ich es wenigstens mal erwähnen wollte. 🙂

 

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