Austragungsorte und Stadien der EM 2016 in Frankreich – Teil 1

Heute gehts nun endlich los mit einem kleinen Vorgeschmack in Sachen Fußball-EM. Die furchtbaren Ereignisse in Frankreich, die in den letzten Wochen alle Menschen berührten, sind natürlich auch weiter in unseren Köpfen. Trotzdem finde ich, dass wir versuchen sollten, die EM als das Event zu sehen, wofür es eigentlich steht…..Sport! Bieten wir den schlechten Menschen dieser Welt keine weitere Plattform, um sich zu profilieren. Seht Frankreich wieder als Land der schönen, einladenden Gegenden, mit kleinen Straßencafes, netten Leuten und viel viel Natur.

Paris

Beginnen möchte ich mit Paris, der lebendigen Hauptstadt, der Stadt der Liebe. Paris mit seinen 2,2 Mio. Einwohnern liegt an der Seine und ist die Touristenstadt schlechthin. Hier steht seit 1897 eines der ältesten Stadien Frankreichs, das Parc des Princes (Prinzenparkstadion). 1972 steckte das Land 90 Mio. Euro in den Umbau. Bis 1998 war es das Nationalstadion Frankreichs. Es bietet Platz für fast 50.000 Zuschauer. Aktuell finden hauptsächlich Heimspiele von Paris St. Germain statt. Bei der diesjährigen EM werden hier u.a. die Türkei, Portugal und Deutschland spielen.

Abgelöst als Nationalstadion wurde es ab der WM 1998 vom Stade de France in Saint-Denis, im Norden von Paris. Hier findet das Eröffnungsspiel und Finale der EM 2016 statt. Über 80.000 Zuschauer finden Platz. Es ist nun das aktuell größte Stadion Frankreichs. Kostenpunkt des Neubaus 407 Mio. Euro.

Das Wahrzeichen und höchste Bauwerk von Paris ist ohne Frage der Eiffelturm. Wusstet Ihr, dass er im Winter um 4 bis 8 cm schrumpft? Kein Witz. Das Eisen zieht sich bei starker Kälte zusammen. Übrigens war der Eiffelturm früher mal ROT-GELB-BLAU. In den 40er Jahren stattete Hitler Paris unangekündigt und nicht unbedingt erwünscht einen Besuch ab. Selbstverständlich wollte auch er auf den Eiffelturm fahren. Da niemand von diesem Vorhaben begeistert war, kappten die Pariser kurzerhand die Kabel der Aufzüge. Treppen steigen lag dann nicht im Interesse des Führers. 😉

Ein weiteres Higlight ist der Arc de Triomphe (Triumphbogen). Zwei Mal im Jahr geht die Sonne direkt hinter ihm unter. Die Sonne steht dann für einen kurzen Moment innerhalb des Bogens und überstrahlt die große Champs-Elysées. Wunderschön!!! Ähnliches ist auch in New York zu erleben, man nennt es Manhattanhenge.

Den schönsten Sonnenaufgang kann man übrigens vor dem Sacré Coeur oder dem Trocadero gegenüber vom Eiffelturm genießen.

A propros New York. Paris besitzt die kleine Schwester der amerikanischen Freiheitsstatue. Sie ist 11,5 m hoch und steht auf einer Insel inmitten der Seine. In Paris lebende Amerikaner machten sie zum Geschenk, da die „echte“ Statue wiederum den Amerikanern, vom Franzosen Frédéric Auguste Bartholdi entworfen, zum Anlass der Unabhängigkeit geschenkt wurde. Ein Geben und Nehmen, toll!

Wer in Paris Urlaub macht, sollte unbedingt zum Place de la Concorde gehen. Dort gibt es den berühmten Obélisque zu bestaunen. Dabei sollte man aber nicht nur nach oben schauen. Auf dem Boden eingezeichnet sind riesengroße römische Zahlen. Diese, gemeinsam mit dem Obélisque, bilden nämlich die größte Sonnenuhr der Welt. Beeindruckend.

Mit dem Begriff „Größter der Welt“ kann sich auch der unterirdische Bahnhof mit der Station Châtelet rühmen. Hier kreuzen sich die U-Bahn-Linien 1, 4, 7, 11 und 14 und die RER-Linien A, B und D. Täglich halten dort 1.500 Züge mit 750.000 Passagieren. Der größte Bahnhof Europas ist der Gare du Nord.

Auch unterirdisch, doch ein wenig gruselig, kommt diese Info daher. Im 18. Jahrh. waren die meisten Friedhöfe überfüllt. Man wusste nicht mehr, wohin mit all den Toten. Die Lösung wurde doch recht schnell gefunden. Die Gebeine von knapp 6 Millionen Menschen wurden einfach in den Tunnel der ehemaligen Steinbrüche verlegt. Diese befinden sich direkt unter der Stadt Paris. Man läuft also stets über Leichen. grrrrr

Passend zum Verkehrsthema noch etwas Kurioses. Wo in anderen Ländern und Städten überall Stoppschilder zu finden sind, muss man in Paris lange danach suchen. Kein Wunder, denn es gibt nur 1 davon in der ganzen Stadt. Es steht am Ausgang eines Baumaterialunternehmens in der Nähe der Seine.

Erinnert ihr euch noch an das Finale der WM 2006? Zinedine Zidane wollte eigentlich sein Abschiedsspiel geben, beendete dies aber frühzeitig mit ROT. Nach einer verbalen Auseinandersetzung verteile er an Materazzi einen Kopfstoß und flog vom Platz. Für mich als Italien-Fan und Fair play-Verfechter natürlich absolut berechtigt. Die Franzosen haben diese Spielsituation erneut aufgegriffen und eine 5m hohe Statue dieser Szene vor das Centre Pompidou gestellt. Keine schöne Erinnerung, aber hoffentlich ein Denkanstoss.

Paris – Stadt der Mode. Natürlich spiegelt sich das anhand unzähliger Geschäfte wider. Aber wer wusste schon, dass es Frauen bis 2012 untersagt war, Hosen zu tragen? Nur beim Fahrrad fahren und Reiten war es erlaubt. Die Travestisierung der Gesellschaft sollte somit nicht weiter gefördert werden. Zum Glück gab es die Frauenrechtler und schafften den Quatsch endlich ab.

Was gibt es sonst noch zu sehen und genießen? Currywurst essen im Café Titon, Bowling spielen mitten in der Bar La Quille, Spaß-Kämpfe im Sumokostüm selbst bestreiten im La Lucha Libre, mit Simulatoren Rennen fahren in der Bar Le Paddock, von Katzen umringt Kaffee trinken im Chat Mallow, inmitten der Gossima Bar Tischtennis spielen oder leckeres Eis essen im Glacier Berthillon.

Etwas beschaulicher sind da die blühenden Gärten des Bois de Vincennes im Frühling oder ein Spaziergang auf der Promenade Planteè, ein ehemaliger Hochbahndamm, inzwischen begrünt und echt romantisch.

Unbedingt meiden solltet Ihr die Haltestelle Châtelet-Les Halles. Sie ist immer mega voll und chaotisch. Nichts für Menschen mit Platzangst.

 

 

 

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