Archiv | Juni 10, 2014

Berlin Berlin – Neukölln und die Behörden

Ca. 6.500 Wohngeldanträge pro Jahr flattern alleine im Bezirk Neukölln auf die Tische des Wohnungsamtes. Klar bedeutet das viel Arbeit, aber so ist das nun mal in jeder Behörde. Überall wird extrem viel Papier von links nach rechts gewälzt, aber darf das als Ausrede gelten, dass Neuköllner Antragsteller 6-9 MONATE auf die Bearbeitung warten müssen? Dabei gehen auf Ämtern in Pankow oder Lichtenberg weitaus mehr Anträge ein. In Lichtenberg liegt die Bearbeitungsdauer bei ca. 8 WOCHEN, der Berliner Durchschnitt liegt bei 8,2 WOCHEN. Entschuldigt wird dies wie so oft mit fehlendem Personal. Aber auch hier wird wieder ein Stück der Verantwortung an die Bürger selber weitergereicht. Zum Teil soll es nämlich an unvollständigen Unterlagen liegen, die eingereicht werden. Aber bitte, lieber Bezirksstadtrat Thomas Blesing, auch das passiert auf jedem anderen Amt genauso. Das darf doch die Bearbeitung nicht um ein halbes Jahr zurückwerfen. Und die Idee, Bedürftige sollten sich an ihren Vermieter wenden und darauf hoffen, schon vorab die Miete reduzieren zu dürfen, bevor die Bewilligung da ist, ist mehr als abstrus. Wer lässt sich denn bitte darauf ein? Immerhin werden genug Anträge abgelehnt, das wissen auch die Vermieter. Und wie sollen dann die fehlenden Beträge ersetzt werden? Den Vorschlag der Piratenpartei, Mitarbeiter vom z.B. Ordnungsamt abzuziehen und neu einzusetzen, finde ich schon effektiver. SPD-Fraktionsmitglied Marko Preuß ist davon nicht begeistert. „Man kann Personal nicht einfach von einer Abteilung in eine andere umsetzen“, sagt er. Außerdem fehle auch im Ordnungsamt Personal. „Allein wegen der Problemfelder Falschparker, Hundekot und Jugendschutz in Gastststätten haben die Beschäftigten viel zu tun.“ Aha. So ist das also. Kackende Hunde und Parksünder haben natürlich Priorität, besonders in Neukölln, wo man in vielen Gegenden nur Slalom laufen kann, um nicht in die Haufen zu treten. Da hat das Ordnungsamt ja bisher enorm viel geschafft. Ganz ehrlich, schlimm genug, dass  Steuersünder teilweise härter bestraft werden als Typen, die Kinder missbrauchen, nun ist es auch noch wichtiger Falschparker zu bestrafen als ein paar Tage in einer Behörde auszuhelfen, um Existenzen abzusichern. Gehen materielle Dinge wirklich über menschliches Wohl? Sieht ganz so aus und das ist echt gruselig.

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Rezept – Fruchtsuppe mit Klüter a la DDR – 2. Variante

Hier habe ich Euch schon von der leckeren DDR-Fruchtsuppe berichtet. Die Klüter hatte ich aus einem speziellen Teig hergestellt, den ich so von meinem Papa kannte. Heute habe ich die 2. Variante ausprobiert, Klüter mit Gries. Ihr braucht 3 Eier, 2 El Gries, 4 El Zucker und 50g Mehl. Alles wieder zu Teig verarbeiten und in die Suppe geben.

Creative Look - Kirschsuppe mit Klüter Gries DDR

Der Teig ist wesentlich dünner als bei der 1. Variante und lässt sich auch nicht ganz so gut vom Löffel streifen. Geschmacklich aber gefällt mir das besser. Also werde ich demnächst die Klüter aus beiden Varianten gemeinsam machen.

Endgültiges Klüterrezept

15g Butter langsam zum Schmelzen bringen. Diese gebt Ihr auf einen tiefen Teller oder in eine Schüssel. Dazu kommen 100g Mehl, 1 Ei, eine Messerspitze Salz, 2 El Zucker, 2 El Gries und 60ml Milch. Alles wird zu einem einheitlichen Brei verrührt. Ein Teelöffel wird jetzt mit Teig befüllt und mit Hilfe des Fingers wird der Teig vom Löffel geschoben. Die Teigtröpfchen einfach so in der Suppe belassen und noch 10 Minuten weiterköcheln lassen.

Creative Look - Kirschsuppe Klüter DDR

Fußball-WM in Brasilien – Wer spielt wo? – Spanien

spanien_w200.gif von 123gif.de

Kommen wir heute zum haushohen Favoriten der diesjährigen WM. Die Spanier sind immens stark und haben Biss. Europameister 2008 und 2012, Weltmeister 2010, die meisten aktiven Spieler mit 100 oder mehr Länderspielen und einem Trainer, der als Einziger Europameister, Weltmeister und Champions League Gewinner wurde, sind nur einige Fakten, die die Spanier zum Favoriten machen. Vicente del Bosque stapelt trotzdem tief. Er warnt seine Jungs vor der Hitze und den Fans Brasiliens. Auch das Finale des Vorbereitungsturniers verloren die Spanier gegen den Gastgeber. Wie aussagekräftig dieses Ergebnis sein wird, zeigt sich erst im Turnier. Liest man die Namen des aktuellen Kaders, fragt man sich automatisch, wie diese Mannschaft je geschlagen werden soll.

 

Tor: Casillas, de Gea, Reina

Abwehr: Albiol, Piqué, Juanfran, Ramos, Alba, Azpilicueta

Mittelfeld: Martínez, Iniesta, Xavi, Fàbregas, Mata, Xabi Alonso, Busquets, Koke, Cazorla, Silva

Sturm: Villa, Torres, Pedro, Costa

 

spanien_fussball-fans.jpg von 123gif.de

Tipp – 1. Cosma-Stylingbuch in Kooperation mit essence

Für alle Beauty-Verrückten unter uns gibt es ab 11. August das 1. Cosma-Buch zu kaufen. „Mein Styling-Buch mit Tipps von Cosma“ in Kooperation mit essence kostet 8,95 Euro und ist voll mit Tipps in Sachen Beauty. Von Schritt-für-Schritt-Anleitungen für coole Looks, über Tricks von bekannten Beautybloggern, hin zu DIY-Tutorials. Besonders toll ist, dass essence seinen Teil des Erlöses an die „Lernfüchse“ spendet.

Foto aus dem Cosnova-Newsletter

Foto aus dem Cosnova-Newsletter

Rezension – „Goldregen“ von Daniel Carinsson

Creative Look - Goldregen Krimi Daniel Carinsson

Dieses Rezensionsexemplar erhielt ich vom ars vivendi Verlag (Foto: http://www.arsvivendi.com), bei dem  ich mich herzlich dafür bedanke.

 

Vom Autor Daniel Carinsson vorher noch nie etwas gehört, war ich mehr als gespannt, was mich bei diesem Krimi erwartet. Der Autor ist ein typischer Quereinsteiger und irgendwie auch ein Allroundtalent. Den Beruf des Tontechnikers erlernt, arbeitete der Berliner später als Musikproduzent, Werbetexter, PR-Profi und Betreiber eines Musiklabels. Heute ist er Internet-Contentmanager und Autor und lebt in Österreich.

In „Goldregen“ geht der Musikmanager Adam auf eigene Faust einer heißen Spur nach. Ein grausiges Verbrechen, das die Öffentlichkeit erschüttert, wird zum Gesprächsthema Nummer 1. Mehrere Tote wurden auf dem Meeresgrund gefunden, alle gefesselt und mit Gewichten beschwert. Gerüchte werden wach. War es die Mafia, waren es rituelle indische Handlungen oder wurden sie Opfer eines Drogenkrieges? Ein einziges kaum erkennbares Foto in der Zeitung gibt Anlass für jede Menge Spekulationen. Nur Adam fällt ein Symbol auf der Kleidung der Toten auf, eine schwarze Rose. Er ist sich sicher, das muss die Bühnengarderobe einer ungarischen Gypsy-Band sein. Mit einer zur Tarnung zusammengestellten Combo beginnt ein Reiseabenteuer entlang der Moldau.

Carinsson greift am Beispiel Ungarns die brisanten politischen Entwicklungen in Osteuropa auf, beschreibt die Angst vor der rechtsnationalen „Garde“, gibt den Lesern einen Einblick in Traditionen der Roma und lässt seine Liebe zur Musik in jedem Kapitel aufflackern.

Für mich ein Buch, das sehr leicht lesbar war und eher in die Kategorie Land und Leute fällt. Nervenzerreißend war es an keiner Stelle, trotzdem interessant und unterhaltsam. Eine Lektüre, die man gut und gerne zwischendurch lesen kann, ohne dass man die Seiten verschlingt. Man muss sich schon ein wenig für Musik, Ungarn und die Roma interessieren, um Spaß am Roman zu haben.

Trotzdem gibt es 4 von 5 Herzchen ♥♥♥♥♥ . Auch wenn das Thema nicht ganz so meins ist, handelt es sich um eine gut geschriebene und recherchierte Geschichte, die recht gut ohne Thrill auskommt.