Was wurde eigentlich aus … Meister Nadelöhr

Jeden Sonntag-Nachmittag um 15.30 Uhr saß ich gebannt vor dem Fernseher und freute mich über die lustigen Geschichten der Sendung „Zu Besuch im Märchenland“. Pittiplatsch und Schnatterinchen waren immer dabei und anfangs auch Meister Nadelöhr. Der Theaterschauspieler Eckart Friedrichson starb leider viel zu früh, mit 46 Jahren an einem Herzinfarkt im Zuge langjähriger Diabeteserkrankung. 1955 begann er im Kinderfernsehen mit der Sendung „Meister Nadelöhr erzählt“, die dann später umbenannt wurde. Ich erinnere mich noch gut an die überdimensionale Elle, die er immer dabei hatte und damit auch mal Gitarre spielte. Das amüsierte uns Kinder natürlich und mit seinem Ziegenbart machte er sich auch optisch unvergesslich. Er sang Lieder wie „Ich komme aus dem Märchenland“ oder „Schnippel die Schnappel die Scher`“. Mit von der Partie waren auch der Kanarienvogel Zwirnchen, der Schneemann Eimerhut, der Papagei Feffi, Mauz und Hoppel, Herr Fuchs und Frau Elster, Herr Uhu, Borstel, Bummi (später Mischka) oder der Postbote Meister Briefmarke.
Wunderschön waren auch Pittis Abenteuer zusammen mit Drehrumbum, dem Runden und dem Kaffeekannenhaus. Nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Friedrichson übernahm Klaus-Peter Plessow als Fabian das Schneiderhaus.

Wer sich Meister Nadelöhr nochmal anschauen möchte, klickt mal hier rein: http://www.youtube.com/watch?v=bhMQtpM6Doo

Eine ganz witzige Geschichte zu den Figuren aus dem Märchenland gibt es auch noch. Neben dem Sandmann waren Pittiplatsch und die anderen Figuren die Beliebtesten überhaupt. Sie wurden auf Briefmarken, Lackbilder, Kleidungsstücke, Tassen etc. abgebildet und auf Taschentücher. Damals kaufte man diese noch aus Stoff. Diese tolle Idee währte aber nicht lange, denn es gab unendlich viele Beschwerden von besorgten Eltern, die anschließend in der Zeitschrift „Für Dich“ veröffentlicht wurden. Was war passiert? Kinder hatten ihre Sammelleidenschaft entdeckt und reichten die Taschentücher an ihre Freunde weiter, benutzt oder nicht. 😉 Eltern hatten nun große Sorge, dass sich Viren so schneller verbreiten und baten um Unterlassung. Das funktionierte tatsächlich. Die Motive erschienen bald nur noch auf anderen Gegenständen.

Geblieben ist von Meister Nadelöhr leider nicht viel, bis auf eine Kita gleichen Namens in Bad Salzungen und einer Änderungsschneiderei in Berlin Treptow.

 

„Ich komme aus dem Märchenland
Schnippel die Schnappel die Scher‘!
Bin allen Kindern wohlbekannt
und reiste weit umher.
Die schönsten Märchen kenne ich
und alle alle Kinder freuen sich,
Schnippel die Schnappel die Scher‘,
auf Meister Nadelöhr!

Das Spiel ist aus, ich muß nun gehn,
Schnippel die Schnappel die Scher‘,
und sage euch auf Wiedersehn,
ein andermal noch mehr!
Dann hält wie stets, ihr habt doch Zeit,
viel neues schon für euch bereit,
Schnippel die Schnappel die Scher‘,
der Meister Nadelöhr!“

MelodieWolfgang Richter, Text Walter Krumbach

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9 Kommentare zu “Was wurde eigentlich aus … Meister Nadelöhr

  1. Pingback: Selbstverfreilich Feierlichkeit für Freiheit – selbstverständliche Freiheit für alle, ja freilich, gibt es daran irgendeinen Zweifel? | Blogwart Zonenklaus

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