(N)ostalgie – Ferienlager

Ein Thema, wozu ich nur wenig aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz beisteuern kann, sind die DDR-Ferienlager. Meist waren die Kinder sehr glücklich, wenn sie mal weg von Elternhaus und Schule konnten um ihre Freiheiten zu genießen und mit anderen rumzutollen. Dazu brauchte jedes Kind ein Teilnehmerheft, in dem sämtliche Kinderkrankheiten, Angaben zu den Eltern und die Angabe über Schwimmfähigkeiten verzeichnet waren.

Creative Look - DDR Ferienlager Teilnehmerausweis

Aber ich war ja bekanntlich eine Memme und konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen als 2 Wochen ganz alleine an einem fremden Ort mit fremden Menschen zu verbringen. So weit ich mich erinnere, fuhr ich auch nur ein einziges Mal mit, aber nur weil Mama dabei war. Sie arbeitete nämlich in der Betreuung als Gruppenleiterin.Sie benötigte einen ähnlichen Ausweis in dem auch notwendige Weiterbildungsmaßnahmen eingetragen wurden.

Creative Look - DDR Gruppenleiter Ferienlager

Unsere Fahrt ging nach Rostock. Im Stadtteil Evershagen war unsere Klasse in einem Schulneubau untergebracht, was eigentlich sehr angenehm war. Im Prinzip war jeder Tag straff durchgeplant. Wir besuchten Museen, wanderten in den nächst gelegenen Ort Lütten Klein und schauten uns die Werften an. Am Nachmittag hatten wir Freizeit, die wir mit Einkaufsbummel oder Tischtennis spielen verbrachten. Für den abendlichen Discogang waren wir noch zu jung, also mussten wir früh in unsere Betten. Eigentlich fand ich es gar nicht so schlecht dort, bis ich eines Morgens am Frühstückstisch saß und meine Mama vermisste. Sie war immer bei mir und hätte mich nie alleine gelassen. 😉 Irgendwas stimmte nicht. Meine Mama war im Krankenhaus, sie hatte sich beim reinigen des Abwaschbeckens an einer Kante des Abflusses verletzt. Der tiefe Schnitt am Finger musste genäht werden und ich saß stundenlang wie auf Kohlen, bis sie endlich wieder da war. Nun hatte ich gänzlich die Lust am Ferienlager verloren und war froh, dass es ein paar Tage später wieder nach Hause ging.

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4 Kommentare zu “(N)ostalgie – Ferienlager

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