Dufte Sache – Kindheitserinnerungen der Nase nach (1)

Kennt Ihr das Gefühl? Ihr nehmt einen Geruch wahr, könnt ihn nicht sofort zuordnen, aber spürt, dass er zu 100% vertraut ist? In solchen Fällen grübel ich ohne Ende, bis mir endlich einfällt woher ich ihn kenne. Meist stellt sich dann heraus, dass es etwas aus meiner Kindheit ist. Ich bin immer wieder überrascht, wie weit man sich zurückerinnern kann. Manchmal habe ich eine Situation ganz klar vor Augen, in der ich erst 2-3 Jahre alt war. Ich frage dann meist meine Mama, ob das wirklich passiert ist oder ob ich es nur aus Erzählungen her kenne. Oft erinnert sie sich nicht mehr, aber einige Dinge krauchen dann doch aus ihrem Kopf und wir reden stundenlang über die schöne Zeit.

Gestern bummelte ich über die Karl-Marx-Str. in Neukölln, schnökerte ein wenig bei TK Maxx durch die Regale und genoss die schöne Frühlingsluft, die mir draußen um die Nase wehte. Plötzlich roch es süßlich-lecker und mich zog es magisch in Richtung Café. War es das, was mich anlockte? Eis? Irgendwie nicht. Es roch spezieller. Aber wonach denn bloß? Ich setzte mich draußen hin und bestellte einen Latte. Vage Bilder blitzten in meinem Kopf auf. Ich als kleines Kind am Alexanderplatz, rennend, vorbei an einer Telefonzelle am Roten Rathaus. Ich trug weiße Sandalen mit Blümchen darauf, eine Bluse, von meiner Tante bestickt und Mama schob meinen Puppenwagen über den Platz.
Aber keine Verbindung zu einem Geruch, den ich immer stärker wahr nahm. Was war das nur?
Wieder ein Erinnerungsfetzen. Ein Rummel, eine Bank … ZUCKERWATTE. Ja, das war es. Zuckerwatte!!! Was hab ich die geliebt. Weiß und Rosa gab es damals. Lecker anzusehen und schön klebrig verging kein Besuch im Kulturpark Plänterwald ohne dieses leckere Zuckerwerk.
3-4 Mal pro Jahr besuchte ich mit meinen Eltern den Kulturpark. Damals schon keinen robusten Magen mied ich lieber Karussells und war begeisterte Geisterbahnfahrerin. Die hatte es mir angetan. Nicht so lebensecht wie heute standen vielmehr große Figuren rum, die mir als Kind aber genug Angst einjagten um oft mit geschlossenen Augen durchzufahren. Die Wagen in denen man saß ruckelten wie verrückt und ich dachte immer, ich entgleise mit den Teilen. Kaum im Tageslicht angekommen wollte ich nochmal fahren. Das zog sich dann so über 1 Stunde hin, bis mich meine Eltern mit Engelszungen überredeten, doch noch etwas anderes auszuprobieren.
Ich entdeckte den „Wellenreiter“. Eine 20 m lange Rutsche, wellenförmig konstruiert, auf der man auf einem kleinen Teppich sitzend runtersausen konnte. Der „Wellenreiter“ wurde zur Liebe meines Lebens ;-). Bestimmt 20 Mal am Stück mussten meine Eltern diesem Schauspiel beiwohnen. Es war ein Riesenspaß.
Mein erstes „Fahrgeschäft“ aber war die „Altberliner Oldtimerfahrt“. Riesige Oldtimer verschiedener Typen fuhren auf Schienen über eine abgesteckte Strecke durch den Park. Das Ganze fand mehr in Zeitlupe statt, damit auch Eltern mit ganz kleinen Kindern teilnehmen konnten, ohne dass Gefahr bestand, hinauszufallen. Außerdem sah man dadurch ganz viel von der Anlage und konnte den Anblick der Grünflächen, Buden und Fahrgeschäfte in Ruhe genießen.
Sehr gerne gefahren bin ich auch mit dem „Autoscooter“. Da war ein wenig mehr Action dabei, aber solange sich nichts drehte, war es optimal für mich. Ein Fahrgeschäft, woran ich auch noch Spaß hatte als ich um einiges Älter war.
Auch an Losbuden, Ball- und Ringewerfen und meinem geliebten Ponyreiten kam ich nie vorbei. Ein Tag im Plänterwald war auch wirklich EIN TAG ;-). Wir hielten uns viele Stunden dort auf und es war immer ein wunderschönes Gefühl, mit meinen Eltern gemeinsam etwas zu unternehmen. Zum Glück waren solche Tage keine Ausnahmen, eher Normalität.

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